Kategorie Archive: Netzpolitik

Außer Rand & Band: eBay Powerseller plötzlich willkürlich ausgesperrt

ebayGewerbsmäßige eBay-Verkäufer laufen Gefahr, ohne Vorwarnung gesperrt zu werden. Wie der aktuelle Fall eines deutschen Powersellers zeigt, nimmt sich die Auktionsplattform das Recht, Accounts auf Verdacht und ohne weitere Begründung auf Eis zu legen. So wurden laut pressetext vorliegenden Informationen Anfang März alle eBay-Accounts der Jungunternehmer-Firma Logotrans GmbH offenbar willkürlich geschlossen. eBay habe zunächst Eigentumsnachweise für verschiedene Artikel – darunter zahlreiche iPhones – gefordert und schließlich einen Tag darauf die Mitgliedskonten ohne Vorwarnung oder ausreichende Begründung gesperrt, beklagt Logotrans-Geschäftsführer Andreas Migotz gegenüber pressetext. In einer wenig aufschlussreichen E-Mail-Benachrichtigung sei der Satz „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dazu keine weiteren Angaben machen können“ zu lesen gewesen.

Nach mehrmaligen Nachfragen konnte der gesperrte Powerseller bruchstückhaft in Erfahrung bringen, dass eBay offenbar Zweifel an einem seiner Lieferanten anmeldete, sich jedoch auch dazu nicht näher äußern wollte. Der betreffende Lieferant, der selbst über eBay verkauft, wurde jedoch auf der Seite nicht gesperrt, während die Firma Logotrans dazu aufgefordert wurde, diverse Dokumente, Lieferscheine und Rechnungen bei eBay vorzulegen. Der Account blieb auch nach Einreichung aller gewünschten Unterlagen weiter gesperrt. Dem Unternehmen, das nach eigenen Angaben monatlich bis zu 200.000 Euro umsetzte, ging dadurch der Hauptanteil seiner Einnahmen verloren. „Natürlich hat der Plattformbetreiber das Recht, bestimmte Spielregeln für seine Plattform aufzustellen. Zudem kann er Verkäufern unter bestimmten Umständen auch außerordentlich kündigen“, erklärt Max-Lion Keller, Rechtsanwalt bei der IT Recht Kanzlei http://www.it-recht-kanzlei.de, im Gespräch mit pressetext. In diesen Fällen sei jedoch immer eine detaillierte Begründung erforderlich und die Erläuterung mit vorgefertigten Textbausteinen für eine Sperre des Verkäuferaccounts in der Regel nicht ausreichend.

Eine Entscheidung des OLG Brandenburg von Herbst 2008 belegt, dass eBay die Sperre eines Mitglieds ohne nähere Erläuterung nicht ohne weiteres durchführen kann. eBay hatte einen Händler mit der Begründung, dass sein Mitgliedsname gegen die AGB verstoße, vom Handel auf der Plattform ausgeschlossen, ohne dies näher zu erklären. Der betroffene Händler klagte dagegen und bekam Recht. „Generell hat eBay einen recht großen Spielraum und kann relativ uneingeschränkt gegenüber seinen Mitgliedern handeln, ohne dabei besondere Rücksichten nehmen zu müssen, sagt Keller. In der Regel berufe sich eBay dabei immer auf seine AGB. Allerdings würde mitunter auch hin und wieder subtiler Druck ausgeübt und suggeriert, dass allen eBay-Forderungen nachzukommen sei – sonst bleibe der Account schlicht gesperrt. Diese Vorgehensweise bestätigt auch Logotrans.

Das Urteil des OLG Brandenburg zeigt eBay jedoch zumindest bestimmte Grenzen auf. „Zwar ist es eBay auch in Zukunft nicht verwehrt, Sanktionen gegen solche Mitglieder zu verhängen, die sich nicht an die von eBay aufgestellten Grundsätze halten. Jedoch hat auch eBay seinen Nutzern gegenüber einige Verpflichtungen einzuhalten, die nicht einfach mit pauschalen substanzlosen Behauptungen ausgehebelt werden können“, resümiert die IT Recht Kanzlei auf ihrer Homepage zu der Entscheidung.

eBay selbst zeigt sich wortkarg, was die scheinbar willkürliche Sperre von Powersellern betrifft. „Nach meinen Informationen hat immer Kommunikation zwischen dem Verkäufer und eBay geherrscht“, sagt eine Plattform-Sprecherin auf Nachfrage von pressetext im Fall der Firma Logotrans. Dass diese „Kommunikation“ wenig aufschlussreich für den Händler war und dieser sich aufgrund der geforderten Herausgabe sämtlicher Unternehmensdokumente unrechtmäßig durchleuchtet fühlte, will man seitens eBay jedoch nicht kommentieren. „Unbegründet wird niemand gesperrt und konkrete Informationen sind gegenüber den Medien aus Datenschutzgründen nicht möglich“, erklärt die Sprecherin auf mehrmaliges Nachhaken. Nach wochenlangem Tauziehen wurde der Powerseller schließlich mit einem Handelslimit wieder freigeschaltet. „Bis heute bin ich nicht aus der Vorgehensweise von eBay schlau geworden und kann mir die Sperre nicht erklären“, sagt Migotz und kritisiert, dass ihm durch das auferlegte Limit ein Großteil seines Geschäfts verloren gehe. (pte/red)

AUFGEDECKT: Nackte Kinder auf Google Street View sorgen für Aufruhr

londonDie virtuellen Straßenansichten des Kartendienstes Google Maps http://maps.google.com sind Zentrum einer Debatte über Privatsphäre in Großbritannien. Mit Google Street View kann man sich Fotos in hoher Qualität von fast allen Gegenden Londons und anderen großen Städten ansehen. Die Zeitung The Independent on Sunday hat auf Fotos einer Straße in London nackte, spielende Kinder entdeckt, deren Gesichter nicht unkenntlich gemacht worden sind. Eigentlich soll das Service die Gesichter von Menschen automatisch unkenntlich machen, was jedoch nicht immer funktioniert. Seit das Google-Angebot vergangenen Donnerstag auch für London gestartet worden ist, gab es hunderte Anfragen von Menschen, die ihre Bilder entfernen lassen wollten. Darunter waren Fotos von Prominenten, die gerade Sex-Shops verlassen oder sich in der Öffentlichkeit übergeben.

Die Fotos der spielenden Kinder wurden im vergangenen Sommer aufgenommen und zeigen das Leben in einer ruhigen Seitenstraße, die von den meisten wohl als halb-privat betrachtet würde. Es ist keine Durchfahrtsstraße und die Kinder spielen auf Rasenflächen am Straßenrand. Die Fotos haben eine derart gute Auflösung, dass sogar das Gesicht eines dreijährigen Kleinkindes klar identifizierbar ist. Nachdem die Fotos von Journalisten entdeckt und Google informiert worden ist, hat das Unternehmen die Bilder innerhalb einer Stunde aus Google Street View entfernt. Zuvor hat das Unternehmen verlautbart, dass 99,9 Prozent der Gesichter unkenntlich gemacht werden. Dass das nur im übertragenen Sinn gemeint gewesen sei, hat das Unternehmen nun zugegeben. „Die Technik ist nicht vollkommen perfekt. Die Idee ist nicht, jedes einzelne Gesicht unkenntlich zu machen, sondern nur jene, die klar identifizierbar sind“, so die Google-Sprecherin.

Google zeigt sich nicht besorgt darüber, dass auch die Gesichter anderer Kinder, beispielsweise vor Schulgebäuden, noch immer zu erkennen sein könnten. Falls dies so wäre, könnten Eltern in Google Street View eine Taste drücken und die Bilder entfernen. Zudem seien die Fotos nur eine Momentaufnahme und nicht live. Mit Google Street View kann man derzeit Straßenansichten von fast allen größeren Städten in den USA betrachten. Seit kurzem ist das Service von Google Maps auch für Städte in Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. Auch von einigen Städten in Frankreich, Spanien und Italien sind virtuelle Straßenansichten abrufbar. In Deutschland sind derzeit Fotografen-Teams unterwegs, die zum Teil für großen Unmut sorgen. Der kleine Ort Molfsee in der Nähe von Kiel hat bereits eine Kampagne gegen Google Street View gestartet. (pte/red)

Google Gratis-Trick: Kostenlose Features sollen User an Suchmaschinengiganten binden

computer_tastaturDaten sind das Zahlungsmittel im heutigen Informationszeitalter. Der Suchmaschinengigant Google versteht dieses Geschäft wie kein anderer Konzern und pflegt sein Image als welt- und menschenverbundenes Unternehmen, das sich für die Gesellschaft engagiert, indem es Programme und Services kostenlos zur Verfügung stellt. Völlig kostenlos sind die Programme freilich nicht, denn der Nutzer bezahlt mit seinem persönlichen Daten- und Webnutzungsprofil. User nehmen die Gratisangebote gerne an und damit bewusst oder unbewusst in Kauf, dass sie zunehmend genauer durchleuchtet werden. Daraus resultieren Benutzer- und Interessensprofile sowie angepasste Werbeangebote. Dem Konzern hat diese Verknüpfung von Informationen bei Kritikern den wenig schmeichelhaften Ruf einer „Datenkrake“ eingehandelt. Ein Daten-Supergau ist bisher zwar ausgeblieben, die potenzielle Gefahr schwebt allerdings wie ein Damoklesschwert über dem weltweiten Web.

Der Datenschutzexperte Carsten Hoppe hat auf seiner Webseite eine Liste jener Daten zusammengestellt, die Google offiziell zusammenträgt http://www.blog.datenwachschutz.de/2009/01/w. Neben Suchbegriffen registriert Google aufgerufene Seiten, Usernamen sowie Passwörter, scannt E-Mails bei Google Mail und alle erstellten Texte bei Google Docs. Darüber hinaus loggt Google auf YouTube mit, welcher User welches Video aufgerufen hat. Angesichts dessen stellt sich die Frage, warum jemand freiwillig Informationen an den US-Konzern abliefern will. Immerhin gibt es eine Reihe von alternativen Programmen, die meist ebenso gute Arbeit leisten wie die entsprechende Google-Software. Dabei kommt dem Internetriesen die Bequemlichkeit der User zugute, die einen Dienst bevorzugen, der viele Funktionen aus einer Hand liefert. „Die Faszination liegt darin, dass Google viele Services anbietet und sich allein über die Suche schon zig Dienste einfach finden und bedienen lassen“, so Hoppe gegenüber pressetext.

Selbst wenn man dezidiert Googles Datenradar entkommen will, fällt das dem Nomaluser nicht leicht. So ist das Unternehmen mit Analytics mittlerweile auf vielen Webseiten präsent und leistet dort User-Analysedienste für den Webseitenbetreiber, ohne dass der Besucher dies im Normalfall mitbekommt. „Auch wenn man Google vermeiden will oder aktiv umgeht, gerät man in die Google-Fänge, weil die Datensammler versteckt agieren“, sagt der Journalist und Autor Gerald Reischl, dessen Buch „Die Googlefalle“ http://www.googlefalle.com demnächst in der sechsten Auflage erscheint, im Gespräch mit pressetext. „Datenschutztechnisch sind diese Tools bedenklich“, pflichtet Hoppe bei. Verantwortungsvolle Webseitenbetreiber würden das Tool aus diesen Gründen auch nicht einsetzen, so Hoppe.

Googles Begründung für die angehäuften Datenmassen ist, dass man die Suche verbessern und für den Nutzer angenehmer und effizienter gestalten wolle. Dieser Ansatz hat natürlich seine Berechtigung, allerdings geht der Konzern aus Montain View vielen Kritikern dabei zu weit. „Andere Suchmaschinen sammeln ebenfalls Daten und das ist im eigentlichen Sinn nicht schlimm. Um sie weiter verarbeiten zu können, müssen diese Daten zusammengetragen werden“, meint Hoppe. „Google geht hier einen Schritt weiter, da es sehr viele Daten sammelt, diese dann aber auch teilweise verknüpft.“ User, die viele Dienste nutzen, können gut katalogisiert und kategorisiert werden. „Google verfügt über diese Daten, das Unternehmen kann und wird sie in Zukunft auch nutzen“, so Hoppe.

Google hat es verstanden, die Zeichen der Zeit zu erkennen und entsprechend am Markt zu agieren. Das Unternehmen hat als erster auf das Internet als alleinigen Vertriebskanal gesetzt. „Bei Google kommt alles aus einer Hand, sämtliche Dienste sind unter einer Adresse zu finden. Mit einem Klick befindet man sich in einem Service-Imperium, das von der Routenplanung über das Bildbearbeitungsprogramm bis zum Mail-Programm alles beinhaltet, was der User benötigt“, führt Reischl aus. Die Strategen des Konzerns haben auch bereits den nächsten Schritt gesetzt. Künftig wird das Google-Serviceangebot nicht nur vom Rechner aus nutzbar sein, sondern auch am Mobiltelefon. Damit eröffnet sich eine weitere Dimension von Profilerstellung. Die Spuren der User können schließlich nicht nur im Internet, sondern GPS-gestützt via Android-Handy im realen Leben verfolgt werden. (pte/red)

Online-Gefahren für Kinder: Studie ortet Hauptproblem beim virtuellen Mobbing

kinder_mobbingDie große Angst vor Internet-Bedrohungen für Kinder ist laut einer aktuellen US-Untersuchung überzogen. Eine Untersuchungsgruppe von 49 US-Staatsanwälten hat sich eingehend mit der Thematik von sexuellen Übergriffen auf Minderjährige im Netz beschäftigt und dabei herausgefunden, dass im Grunde kein alarmierendes Problem besteht. Die Ergebnisse der Erhebung stehen im deutlichen Widerspruch zur gängigen Auffassung von Online-Gefahren und der medialen Berichterstattung darüber. Die Untersuchungsgruppe mit dem Namen „Internet Safety Technical Task Force“ unter der Leitung des Berkman Center for Internet and Society http://cyber.law.harvard.edu war damit beauftragt worden, die Reichweite jener Bedrohungen für Kinder zu erfassen, die aus Online-Netzwerken wie MySpace und Facebook hervorgehen.

Das eigentliche Problem liegt laut dem Bericht nicht an sexuellen Übergriffen, sondern vielmehr an gegenseitigem Mobbing der Kinder und Jugendlichen – sowohl online als auch offline. „Das zeigt, dass soziale Netzwerke nicht diese ’schrecklichen Nachbarschaft‘ im Netz sind“, sagt John Cardillo, Chef von Sentinel Tech Holding, dem Betreiber einer Datenbank zur Verfolgung von Sexualstraftätern, der ebenfalls an dem Projekt mitgearbeitet hat. Social Networks seien realen Gemeinschaften sehr ähnlich. Sie seien überwiegend aus unbescholtenen Menschen zusammengesetzt, die sich dort aus den richtigen Gründen bewegen.

Bei der deutschen Initiative jugendschutz.net http://www.jugendschutz.net tritt man den Ergebnissen allerdings mit Skepsis gegenüber. „Wir recherchieren seit vielen Jahren in Chats, Instant Messengern und inzwischen auch in Social Communities und stellen dabei leider immer wieder fest, dass sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in vielen Angeboten nach wie vor an der Tagesordnung sind“, sagt Katja Knierim, Projektleiterin Chats & Communitys bei jugendschutz.net, auf Nachfrage von pressetext. Besonders dort, wo die Anbieter der Dienste keine effektiven Schutzmaßnahmen integrierten, bestehe für Kinder und Jugendliche eine hohe Belästigungsgefahr. Knierim bestätigt aber auch, dass Cyberbullying ein zunehmendes Problem darstellt und besonders in Schüler-Communitys auftritt. „Dort werden beispielsweise Diskussionsgruppen gegründet, die allein der Lästerei über eine bestimmte Person – sei es ein Mitschüler, ein Lehrer oder ein anderer Internet-Teilnehmer – dienen.“

Die US-Arbeitsgruppe untersuchte wissenschaftliche Daten über Online-Sexualstraftäter und kam zu der Erkenntnis, dass Kinder von Erwachsenen im Netz eher selten belästigt werden. In jenen Fällen, die dennoch auftreten, reagieren die Jugendlichen oft bereitwillig auf zweifelhafte Angebote bzw. stehen grundsätzlich unter einem höheren Risiko, weil sie aus sozial zerrütteten Verhältnissen stammen, heißt es in dem Bericht. Für die Social Networks dürften diese Ergebnisse eine Art Erleichterung darstellen. In den vergangenen Jahren waren sie zunehmend in die Kritik geraten, Online-Bedrohungen für Kinder den idealen Nährboden zu bieten. Die US-Anwälte schreiben in dem Bericht jedoch, dass die sozialen Netzwerke das Risiko belästigt zu werden insgesamt nicht erhöht hätten. Erst Ende des vergangenen Jahres hatten sich die Online-Plattformen ihrerseits zusammengeschlossen, um den Schutz für Minderjährige zu erhöhen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081217021).

Auch in den USA wird die Untersuchung nicht nur positiv bewertet. Richard Blumenthal, Staatsanwalt von Connecticut und Mitbegründer der Task Force, übte bereits heftige Kritik an dem Bericht. Blumenthal bemängelt, dass „feindliche Bedrohungen heruntergespielt“ würden. Die Ergebnisse beruhten auf überholten Daten und es gebe keinen spezifischen Lösungsansatz, wie die Sicherheit der Jugendlichen im Netz verbessert werden könne. „Kinder werden jeden Tag online belästigt. Einige gehen darauf ein und die Ergebnisse sind zumeist tragisch. Die harte Realität widersetzt sich den statistischen Forschungsergebnissen, die dem Bericht zugrunde liegen“, so Blumenthal. (pte/red)

RÜCKBLICK 2008: IPhone Hype & Siegeszug der Notebook-Winzlinge

netbookDer große Trend des abgelaufenen Jahres 2008 waren zweifelsohne die Netbooks. Verschiedene Hersteller entdeckten die abgespeckten Notebook-Winzlinge als Umsatzbringer und Image-Asset. Vorreiter Asus hatte mit dem ersten Gerät dieser Laptopklasse bereits im Vorjahr für einen medialen Hype gesorgt. In Deutschland war der EeePC allerdings erst ab Februar 2008 im Handel erhältlich. Darüber hinaus legte das Unternehmen mit weiteren Modellen nach und produzierte unter anderem Versionen mit größeren Bildschirmen (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080306015). Apple brachte mit dem Macbook AIR ebenfalls ein ultraportables Notebook auf den Markt, verwehrt sich bislang aber noch dem Trend zu den Netbook-Winzlingen.

Blu-ray gewinnt DVD-Erbfolgekrieg

Der erste Kampf im Elektronikbusiness hieß 2008 „Sony gegen Toshiba“ bzw. „Blu-ray gegen HD-DVD“. Der DVD-Erbfolgekrieg ging im Februar nach intensivem Lobbying bei den großen Filmstudios an Sony und dessen Blu-ray-Format. Toshiba kündigte an, die Produktion der HD-DVD zu beenden, am Ende klaffte ein Finanzloch von einer Mrd. Dollar. Letztendlich ging Sonys Strategie, das Format mit der Playstation 3 in den Markt einzuführen, voll auf (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080222020). Die Tage des physischen Datenträgers sind allerdings ohnehin gezählt. Selbst Sony geht davon aus, dass es keinen Nachfolger für Blu-ray geben wird und Inhalte künftig ausschließlich per Download vertrieben werden.

Apple und Google mischen Mobilfunkmarkt auf

In der Mobilfunkbranche erwies sich das iPhone auch 2008 als Dauerbrenner. Obwohl die Weltpremiere des Mobiltelefons bereits Anfang 2007 über die Bühne ging, schaffte es das Gerät, auch in diesem Jahr konstant in den Schlagzeilen zu bleiben. Mit der zweiten Version des Apple-Handys starteten die Marketingprofis aus Cupertino den Angriff auf Europa (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080610003). UMTS-Unterstützung und gesenkte Preise reichten aus, um auch hierzulande viele Käufer zu finden. Mit dem im Sommer gestarteten App Store kann Apple zudem eine rasant wachsende Plattform anbieten, über die User zusätzliche Software direkt auf ihre iPhones laden können. Auf dem Mobilfunkmarkt gab es darüber hinaus einige innovative Handys, die optisch bzw. vom Bedienungskonzept her ebenfalls vom Erfolg des iPhones inspiriert wurden (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080211014).

Die Weltpremiere feierte 2008 auch das erste Handy mit dem offenen Betriebssystem Android. Die von Google vorangetriebene Plattform kommt erstmals im von HTC produzierten „G1“ zum Einsatz (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080923044). Google war aber auch in anderen Bereichen fleißig und hat im September mit „Chrome“ überraschend einen eigenen Browser veröffentlicht. Das umfassende Serviceangebot der Suchmaschine von Straßenkarten bis hin zu Patientendaten sorgt mittlerweile jedoch auch für wachsende Skepsis bei vielen Usern hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre. Ein Blick in die Datenschutzbestimmungen von Chrome offenbarte hierzu wenig Erbauliches (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080903031).

Internetzugang wird mobil

Der Browsermarkt bot jedoch auch abseits von Google einige Neuigkeiten. Mozilla veröffentlichte im Juni die Version 3 von Firefox. Der offizielle Start wurde marketingtechnisch von einem Download-Day begleitet. Insgesamt 8,3 Mio. User luden sich den Browser an diesem Tag auf ihren Rechner. Die norwegische Browser-Schmiede Opera veröffentlichte die Version 4.1 des Handybrowsers Opera Mini, der noch schnelleres und komfortableres Surfen am Mobiltelefon verspricht. Das wird auch von zunehmend mehr Usern in Anspruch genommen. Marktforscher wagen bereits die Prognose, dass der Großteil der Websurfer künftig das Handy als bevorzugtes Zugangsgerät nutzen wird. Der Softwareriese Microsoft bastelte 2008 am Internet Explorer 8, der aktuell als Betaversion zur Verfügung steht. Für den PC-Hersteller Fujitsu Siemens Computers ist der Browser ohnehin das wichtigste Programm auf dem Rechner und soll langfristig sogar das Betriebssystem ablösen (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=081113019).

Die Chipindustrie hat sich mit dem Netbook-Hype bereits seit längerem beschäftigt und an entsprechenden Produkten gearbeitet. Groß im Geschäft ist Halbleiterproduzent Intel. Das Unternehmen brachte im Frühjahr den Atom-Chip auf den Markt, der das Herzstück vieler Mini-Laptops ist (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080304025). 40 Jahre nach der Gründung des Unternehmens hat Intel zudem die zweite Version der Centrino-Plattform auf den Markt gebracht. Konkurrent AMD hat bei der Low-Cost-Schiene noch etwas Nachholbedarf. Die ersten günstigen Chips, mit denen das Unternehmen zu Intel und VIA aufschließen will, kommen erst im Frühjahr 2009 auf den Markt.

Schwerer Schlag gegen Spammer

Die Spam-Problematik hat sich auch im vergangenen Jahr weiterhin verschärft. Spammer spielen das Katz-und-Maus-Spiel immer wieder mit neuen Tricks und die Jäger kommen kaum damit nach, wirksame Waffen zu entwickeln. Eine Verschnaufpause war den Usern 2008 dennoch gegönnt, denn Mitte November gelang ein schwerer Schlag gegen die Botnetze. Nachdem der kalifornische Provider McColo vom Netz genommen wurde, sank das weltweite Aufkommen von E-Mail-Müll auf ein Viertel (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=081113030). Die Ruhe war leider nicht von langer Dauer, denn kaum zwei Wochen später waren die Spammer zu anderen Betreibern gewechselt und verschickten weiter ihre unerwünschte Werbung.

LEDs vernetzen Computer

In der Forschung erzielten Wissenschaftler der Universität Stuttgart einen Durchbruch in der Entwicklung künftiger Supercomputer. Sie entwickelten einen Quantencomputer, der bei Raumtemperatur funktioniert. Allerdings liegt noch einiges an Forschungsarbeit vor den Physikern, bevor der Rechner der Zukunft für den praktischen Betrieb einsetzbar ist (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=080607009).

Das Ende von WLAN-Verbindungen, wie sie derzeit überall eingesetzt werden, könnte die US-Entwicklung mit dem Namen „Smart Lighting“ bedeuten. Die Techniker konstruierten ein System, das Rechner drahtlos auf Basis von Lichtsignalen vernetzt. Als Router setzen die Forscher LED-Lampen ein. Die Raumbeleuchtung kann somit künftig auch als Netzwerkinfrastruktur dienen (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=081008004).

In der Unterhaltungstechnologie werden TV-Geräte ihre Bilder künftig mithilfe von Lasertechnologie erzeugen. Mitsubishi Electric hat die ersten Laser-TV-Geräte Anfang des Jahres auf der CES vorgestellt und im Herbst auf den Markt gebracht. Die Fernsehschirme überzeugen durch Farbwiedergabe und Bildschärfe und stellen sowohl LCD- als auch Plasmageräte in den Schatten (siehe: http://pte.at/pte.mc?pte=081030020). (pte/red)

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