»Causa Anton K.« Jetzt ermittelt die Dienstaufsicht!

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Nach den Rüpeleien an der Polizeiinspektion Zell am Ziller (Tirol), sie hatten sogar die Strafversetzung des Postenkommandanten Georg Wartelsteiner (SPÖ) zur Folge, dürfte es nun auch an der Polizeiinspektion Landeck (Tirol) zu dienstaufsichtsrechtlichen Überprüfungen kommen. Auslöser sind auch hier Beamte der roten Fraktion und wie im Fall des Ziller Kommandanten, mischt ein weiterer Bürgermeister der Sozialdemokratie kräftig mit.

Markus B. (Name von der Redaktion geändert) sieht sich bereits seit mehreren Jahren im Visier der Exekutive. Nicht aber wegen Gewalt- oder Eigentumsdelikten, nein, immer wieder werden haltlose Strafhandlungen unterstellt. Jüngst soll B. sogar mit Kinderpornos in Verbindung stehen und Dritte erpresst haben.

„Immer wieder Samstags“ klingelt die Polizei an der Wohnungstüre von Markus B. und das bereits seit Jänner 2007 satte sieben Mal. Weder eine Festnahme noch stichhaltige Beweise konnten den Diplominformatiker überführen. »Sogar die Computer haben Sie mir beschlagnahmt. Ich habe einen Schaden von 16.000,- Euro« erzählt der Polizeigejagte fassungslos und beteuert seine Unschuld. Gefunden wurde auf den Geräten freilich nichts, wie das Landeskriminalamt Tirol dem Gericht bestätigt. »Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat daraufhin die Ermittlungen sogar eingestellt. Nach wie vor wollen K. und seine Kollegen mir aber was anhängen« ist der gefragte Spezialist überzeugt.

»Mir brauchst du nicht mit dem Volksanwalt zu drohen« ertönen handfeste Drohungen durch den Bürgermeister von Zams (Tirol), Helmut Gstir (SPÖ), aus der Polizeiinspektion Landeck. Dort führt man beispielsweise Einvernahmen gerne ohne rechtliche Belehrung durch. In einem Akt schreibt der findige Polizist gar „Offenbar handelt es sich hierbei um einen Rundumschlag von Markus B.“. Ausschlaggebend sind Emails von B. an das Bürgermeisterbüro, die Volksanwaltschaft und den Landtag. Darin schildert Markus B. die Eskapaden mit den Exekutivbeamten. »Bis heute hat die Tiroler SPÖ darauf nicht reagiert. Obwohl ich dieses Email sogar Herrn Guggenberger übermittelt habe« rechtfertigt sich der Landecker zu seinem „Rundumschlag“.

Recht bekommt Markus B. jetzt vom Unabhängigen Verwaltungssenat Tirol durch Dr. Alfred Stöbich. In seinem Schreiben heißt es wörtlich »… Ihr Anbringen vom 14.7.2007 wurde vom Unabhängigen Verwaltungssenat in Tirol in rechtlicher Hinsicht als so genannte Richtlinien-Beschwerde im Sinn des § 89 Sicherheitspolizeigesetz gewertet … wird Ihnen mitgeteilt, dass es sich bei der Richtlinienbeschwerde um einen Sonderfall der Dienstaufsichtsbeschwerde handelt. § 89 SPG sieht ein zweistufiges Kontrollverfahren vor …«

Im Auftrag des Unabhängigen Verwaltungssenats Tirol (UVS) ermittelt nun das Landespolizeikommando Tirol als Dienstaufsichtsbehörde in der „Causa Anton K.“. Insbesondere geht die Überprüfungsinstanz der Frage nach, wie die Kinder von Markus B. am 14. Juli 2007 als „Opfer einer Kindesentführung“ tituliert werden konnten. »Ich war an diesem Tag geschafft und habe sofort meinen Anwalt in Innsbruck telefonisch konsultiert. Meine Frau musste sogar die Pässe unserer Kinder herbeischaffen, um unsere Unschuld an Ort und Stelle beweisen zu können« gibt sich der eigentlich überzeugte Tiroler über diese Vorgänge entrüstet.

Die verantwortliche Dienstaufsicht wollte mit Verweis auf laufende Ermittlungen zur „Causa Anton K.“ nicht Stellung beziehen. Aus dem Büro der Tiroler Sozialdemokraten war man bis Redaktionsschluss zu keinem Kommentar bereit.

Christian L. (Name von der Redaktion geändert) kennt die Vorgänge an der Polizeiinspektion Landeck und bestätigt sämtliche Vorwürfe des Markus B. »Ich denke da ist System dahinter, wenn immer wieder SPÖ ferne Bürger derart behandelt werden«

Markus B. selbst schließt ein politisches Komplott nicht aus »Vielleicht habe ich als ehemaliger Jungend Bürgerrat zu viele Reformen gefordert« In seiner Jugend bekannte sich B. offen zur Freiheitlichen Bewegung unter Jörg Haider. »Sogar ORF Radio Tirol hat in einer eigenen Sendung von den politischen Aktivitäten berichtet« sagt Markus B. mit einem Strahlen in seinen Augen.