Der Grüne Slalom

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Die Grünen, gemeint die politische Partei, geben sich gern als Umweltpartei aus. Sie wollen die Umwelt schützen; darunter verstehen sie die Natur, nicht aber die menschliche Umwelt. Die Widersprüche in der Haltung der Grünen werden herabgespielt, werden von den Wählern übersehen.

Da kommt es dann auch schon zu einem regelrechten Slalom. Die Grünen wollen den Wald schützen. Darunter wollen sie den Regenwald verstehen, aber nicht das Baumgewirr, das sich in Europa herumtreibt.

Ganz umgekehrt nämlich fordern die Grünen den Ausbau der Windenergie, die Vervielfältigung der umweltschädlichen und unwirtschaftlichen Windräder.

Für Windparks wurden in den letzten Jahren abertausende Hektar gesunder Wald gerodet, für diese Monster wird viel Platz benötigt, und breite Zufahrtsstraßen. Myriaden von Insekten und Vögeln fallen den Windrad-Monstern zum Opfer, für die Grünen sind das vernachlässigbare Kollateralschäden, sie sind lieber gegen den Walfang.

Wasser ist ein lebenswichtiges Gut. Es soll unbedingt geschützt werden, sagen die Grünen. Es gäbe so viele Millionen Menschen, die zu wenig Trinkwasser hätten. Die Kehrseite? Jede Hütte muss heute ihren Swimming Pool haben, auch die Hütten Grüner Funktionärinnen. Weil Wasser eigentlich gespart werden sollte, werden in Stadtbereichen mitten auf verkehrsreichen Kreuzungen Pools aufgestellt, werden Sprüh-Vorhänge aufgebaut, um nur so viel Wasser als möglich zu vergeuden. Grün-Wählerinnen springen auch schon mal mit Gesichtstüchern durch die Wasservorhänge, die Tücher werden dann so schön richtig nass, das freut die Bakterienrudel.

Grün ist selbstredend gegen Plastik, weil Plastik Klimaerwärmung verursache. Deshalb werden von den Grünen massenhaft – Plastiksticker und andere Werbemittel aus Plastik verteilt, die dann überall alles verstopfen und verkleben. Wegen der in Süd/Ost-Asien in die Meere geworfenen Plastikflut sollen Europäer auf Plastikflaschen verzichten, fordern die Grünen, und lieber zu Mehrweg-Glasflaschen greifen. Die Herstellung und Reinigung von Glasflaschen belastet die Umwelt zwar beträchtlich mehr, aber man kann sich auf die Grüne Schulter klopfen.

Die einfachen und handlichen Plastiksäckchen sind den Grünen ein Dorn im Auge. Diese Säckchen verwendet jeder nach Gebrauch für den Abfall. Bis auf die Grünen, die das nicht gewohnt sind. Kunden sollen alles, bis zu Obst und Gemüse, in schwer verrottbaren Netzen transportieren. Das ist zwar unhygienisch, aber so Grün! Von Fleisch über Hygiene-Artikel bis zu Kleidung soll nichts mehr in Plastik abgepackt werden. Fleisch in Supermärkten offen auslegen? Zahnpasta und Shampoo in Gläser abfüllen? Make Up aus der Karton-Schachtel? Hemden und Unterwäsche in braunem Packpapier eingewickelt? Schauerlich.

Die Grünen möchten Bäume schützen. Deshalb werden in Städten – dort, wo die Grünen mitreden – Bäume auf den Straßen gepflanzt. Weil jeder weiß, bis auf die Grünen, dass Bäume im Stadtbereich sehr anfällig sind, nicht richtig auswachsen können. Doch die Anpflanzung ist wichtig, um dadurch Straßen zu verengen und Parkplätze zu verringern. Die Pflanz-Manie und die wahllose Aufstellung breiter Pflanzenkisten führte beispielsweise in mehreren Städten Englands schon dazu, dass in blockierte Straßen nicht einmal mehr Einsatzfahrzeuge einfahren können. Es brennt? Großartig, dann entsteht mehr Platz für Bäume.

Weil es auf Fotos so lieb aussieht, wenn eine Hausfassade begrünt ist, werden Schling- und andere Pflanzen hochgezogen. Absolut fein, bis die Bewohner darauf kommen, dass diese Pflanzenwege eben auch ideale Straßen für Ungeziefer jeder Art sind. Dann hackt man schnell die Basis ab, und an den Hausfassaden hängen später die trockenen Leichen, als Schadstoffsammler.

Papier wird großteils aus Pflanzen hergestellt. Deshalb wäre zu glauben, dass die Grünen gegen Papier-Verschwendung sind. Keineswegs. Unzählige Tonnen von Altpapier fallen durch Werbematerial und alle möglichen Arten von Gratiszeitungen an, deren Hauptbestandteil auch nur Werbung ist. Kunden sollen mit Papiersäcken einkaufen gehen. Diese sind zwar in der Herstellung umweltschädlicher und reißen leicht, aber sie sind grüner. Aus Sicht der Grünen jedenfalls.

Weil es so schön ist, mit Papier um sich zu werfen, wurde jetzt in etlichen Städten befohlen, Gaststätten aller Art müssen Gästelisten anlegen und führen. Am besten für jeden Gast ein eigenes Blatt – Papier. In Österreich kam der Befehl von einem Grünen Minister. Was interessieren Bäume, wenn es ums Sammeln von Daten geht. Das kann an einem Tag locker in die hunderttausende Blatt Papier gehen. Die Polizei schreckt sich schon jetzt vor der Vorstellung, bei einem angeblichen Corona Contact Tracing kistenweise Papierberge auf den Tisch geschüttet zu bekommen.

Die Grüne Ideologie ist spannend. Doch mit Umweltschutz hat sie nichts am Hut.