Die Russen kommen – Neues Mobilfunknetz in Österreich

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Im April 2006 hat die Republik Österreich für 5,9 Millionen Euro das 450-MHz Frequenzband erneut versteigert und somit dem alten C-Netz die Wiedergeburt beschert. Eine der drei Frequenzen ging an T-Mobile. Dort scheint es noch Unklarheit über die Verwendung zu geben. Unterdessen macht sich die schwedische „Green Network“ daran ihr Netzwerk in Betrieb zu nehmen. Mit „noch schnelleren Breitbandinternet“ will man Markt revolutionieren und somit die bestehende UMTS Technologie ausstechen.

Bislang werden Internetverbindungen im Mobilfunksektor durch die Technologie HSDPA und UMTS angeboten. Letztere funktioniert allerdings nur in Ballungsräumen wie Wien. Unlängst konnte T-Mobile in einem Test von e-media und Trend besonders im Upload punkten. Dennoch begrenzen sich die möglichen Geschwindigkeitsrekorde auf 1,5 Mbit/s im Download und 300kbit/s im Upload.

Bei den Testverantwortlichen spricht man naturgemäß von Stichproben und keinesfalls einer aussagekräftigen Studie. Je nach Tageszeit und allgemeinem Nutzungsverhalten der Mobilfunkkunden, variiert die Geschwindigkeit via mobilen Breitband Internet. Deshalb greifen nach wie vor viele zu den kostengünstigen DSL Alternativen der hiesigen Internetprovider wie AON oder Tele2.

»Noch etwas Geduld« erbittet sich der „Green-Network“ Chef Arvid Brandberg gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge auf Anfrage. Ein Gerichtsverfahren zog sich bis Ende November 2006, weshalb die Aufsichtsbehörde mehr Zeit zum Netzwerkaufbau bewilligte.

Grundsätzlich wäre bis 1. September 2007 eine Erstversorgung in 310 Gemeinden zu erschließen gewesen. Jetzt könnten empfindliche Millionen-Pönale gerade den Mobilfunker T-Mobile treffen. Demnach drohen schon jetzt 3 Millionen Euro und ab 2008 gar 5 Millionen Euro an Vertragsstrafen.

Doch Eile scheint nicht geboten, denn in Europa gebe es noch keine zugelassenen Endgeräte für dieses Frequenzband. Durch die Einsparungen von unzähligen Sendeanlagen und der erhebliche Geschwindigkeitsgewinn gegenüber UMTS, machen dieses Netz allerdings wieder attraktiv, wie Experten bekunden.

Für die russische RTDC (Russian Telecom Development Corporation), am Schwedischen Unternehmen mit 75 % beteiligt, somit eine lukrative Investition am heimischen Mobilfunkmarkt.

1 KOMMENTAR

  1. Man sollte bereits Erfahrungen in solchen Beteiligungen haben. Der Hutchinson Whampoa-Konzern steht in Besitz der chinesischen Nationalen Volksarmee. Nur folgerichtig. China ist in letzter Zeit durch Eingriffe bei Behörden und Firmen per Internet in Deutschland und Großbritannien unangenehm aufgefallen. Wenig Überraschung daher, wenn Länder wie Russland und China, denen Begriffe wie Menschenrechte und Datenschutz nichts bedeuten, auch auf dem Mobilmarkt punkten wollen.

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