Drogen, Sex & Alkohol: Zu Hause ohne Eltern – Wenn Erziehungsheim, Pflegefamilie oder Kinderdorf zur Ersatzfamilie werden

Natascha ist 13 als sie ins Heim kommt. Für tägliche Arbeiten bekommt die Schülerin Zigaretten. Und am Abend, wenn die Erzieher in ihrem Büro sitzen, kümmert es niemanden, als Natascha mit einem 15-jährigen Leidensgenossen Sex hat.

Um so mehr erstaunt ist die Mutter von Roman, der seit geraumer Zeit im Jugendhaus von SOS Kinderdorf Hinterbrühl lebt. »Dort hat er zu rauchen begonnen, auch Drogen wie Cannabis habe ich in seinem Gebäck gefunden« schildert Romans Mutter ihre Verzweiflung gegenüber Xlarge, und damit Details einer prekären Talfahrt ihres Kindes. Eigentlich sollte mit dem Wechsel in die Wohngruppe vieles zum Guten werden. Ständige Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Sohn bewogen das Jugendamt zum Handeln.

»Drogen, Sex & Alkohol gehören dazu« erzählt Samantha, heute 17, im Gespräch mit Xlarge Chef Reporter Stephan Pfeifhofer. Noch am Tag der Aufnahme im Erziehungsheim wird das schüchterne Mädchen von drei Mitbewohnern in ein Zimmer gedrängt und vergewaltigt. Wenige Tage später flieht die damals 12-jährige zu ihrem Vater nach Ungarn, wo sie noch heute lebt.

Manuel erinnert sich noch gut an seine Zeit in der Pflegefamilie. Anstatt Liebe und Geborgenheit, die dem zurückgezogenen Jungen zustünden, erfuhr der 14-jährige bereits am frühen Morgen die Bekanntschaft mit seiner gewaltbereiten Pflegemutter. Nicht selten muss Manuel mit knurrenden Magen ins Bett, oder, im Gegensatz zu den leiblichen Kindern der Pflegeeltern, schwere Arbeiten verrichten. Erst ein aufmerksamer Nachbar rettet das Kind aus dem Desaster Jugendwohlfahrt.

Seit dem medialen Aufsehen um den 7-jährigen Justin, der von seiner Mutter geschlagen, und von Super Nanny Katia Saalfrank in eine Pflegefamilie gebracht wurde, gehen die Wogen hoch. Inwiefern kann ein Heim, eine Pflegefamilie, ein Kinderdorf Familienersatz sein. Für Kinder- und Jugendpsychologe Dr. Rolph Wegensheit liegt im Gespräch mit Xlarge die Antwort klar auf dem Tisch »Nein, eine Fremdunterbringung muss immer als Beziehungspause auf Zeit gesehen werden. Jedes Kind hat Anrecht auf Vater, Mutter und Familie. Auch wenn durch die uns treffenden gesellschaftlichen Veränderungen immer mehr Familien Probleme haben, dürfen wir die Bedeutsamkeit der Ursachenforschung nicht verkennen. Gerade dann, wenn ein Kind fremd untergebracht werden muss, hat das Jugendamt zum Zeitpunkt der in Obhutnahme auch mit Ursachenforschung und Rehabilitation der betroffenen Familiensituation zu beginnen. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kind, Therapeuten und Jugendamt unerlässlich«

Immer wieder klagen Erwachsene, die als Kind im Heim verbracht haben über fehlende Impulse für ein späteres selbständiges Leben. Für Wegensheit ein klares Zeichen, wie wichtig die eigene Familie sein kann »Die betroffenen Kinder müssen erst wieder Bindungen zu ihren Elternhäusern aufbauen. Das geschieht meist erst dann, wenn die Kinder erwachsen sind. Nicht zuletzt drücken die jungen Erwachsenen finanzielle Sorgen, allein gelassen sein, klagen über fehlende Obhut, die man gerade als junger Erwachsener von seinen Eltern eigentlich erwarten würde. Einrichtungen wie eine sozialpädagogische Wohngemeinschaft können all diese Komponenten nicht erfüllen. Es wird wohl kaum Betreuer geben, die ihre Schützlinge über den Betreuungsauftrag hinaus begleiten«

Stephanie Pallien zeigt als Mutter ihres 13 jährigen Sohn Timo auf, wie Freie Träger der Jugendhilfe wirklich arbeiten, welche Missstände es dort gibt. In ihrem erschütternden Online Report „Kinderklau – Der ganz normale Wahnsinn“ bekommen Laien einen noch nie dagewesenen Eindruck. So untermauert Stephanie Pallien eindrucksvoll und nachvollziehbar mit unzähligen Bildern die Methoden in einem Kinderdorf.

Immer wieder rufen derart suspekte Organisationen wie die SOS Kinderdörfer zu Spenden auf. Wie Recherchen vom Nachrichtenmagazin XlargE belegen, verschweigen die Organisationen gegenüber den potentiellen Spendern ihre lukrativen Haupteinnahmen. So auch die Caritas, wo 90 % der Einnahmen aus Dienstleistungen stammen, die in der Regel von Steuergelder bezahlt werden.

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE!

Ausgabe Dezember 2008

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