Einmal Rass-Schell Bitte!

Bindungsstärke innerhalb der österreichischen Jugendwohlfahrt ist nicht neu. Kongressveranstaltungen, internationale Symposien und einiges mehr, tragen dazu bei, dass kritisch berichtende Journalisten im ganzen Land ihren behördlichen Bekanntheitsgrad nicht selbst beeinflussen können – manche sprechen bereits vom „Österreich-Wallraff-Syndrom“.

Vielleicht werde ich in den Abteilungen der Länder schon steckbrieflich gesucht, dachte ich mir heute bei einem erneuten Anruf im Amt der Tiroler Landesregierung. Thema diesmal, die Vertuschung von sexuellen Missbrauch. Verursacher: Jugendwohlfahrt

Man könnte meinen eine derart simple Presseanfrage wäre in zwei Minuten erledigt. Aber nein, zu Beginn verweise die adrette Kanzleidame an eine noch adrettere Abteilung namens „Öffentlichkeitsarbeit“. Dort hält man bekanntlich den Datenschutz ein, weiß von nichts und stellt sich dumm. Wie uns Frau Mag. Silvia Rass-Schell später erläutern wird, findet sie das gut so.

Hat man sich erst einmal derart adretter Herrschaften wie Schönherr, Giesinger & Co entledigt, folgt die nackte Wahrheit.

Kurz um bediene ich mich dem wichtigsten Element einer korrekten Ansprache, verzichte auf Nennung meines vorgesetzten Mediums und falle mit der Türe ins Geschehen – Pfeifhofer will jetzt Rass-Schell sprechen und sonst niemanden!

Erfolg versprechend die Vermittlung ins höchste Gut Tiroler Jugendwohlfahrtstätigkeit. Am anderen Ende die Stimme meines Lebens – Mag. Silvia Rass-Schell, ihres Zeichens die Nachfolge von Hofrat „Graubart“ Weber. Bevor ich nur einen einzigen Satz zu Ende sprechen kann, werde ich über meine privaten Wohnverhältnisse befragt, ua. will mein Gegenüber wissen »Heißen Sie nun Tiefenpfeiler oder Pfeifhofer« – aber nein – ich hieß längere Zeit Tiefenbacher-Pfeifhofer (Doppelname!) und jetzt einfach nur Pfeifhofer. »Und wie lautet denn Ihre Wohnanschrift, wo sind Sie gemeldet« Mit Freude gebe ich Auskunft über diese und andere höchst-persönliche Fragen, obgleich Frau Rass-Schell die ihrigen nicht nennen möchte, wohl eine Frage des Datenschutzes.

Nachdem alle privaten Fragen geklärt werden konnten oder auch nicht, ich mit der Frage kontere, ob Frau SPÖ Amtsmandatarin Christine Gaschler-Andreasch ihre Instruktionen bereits nach Tirol übersandt habe, kommt das Oberhaupt aller in staatlicher Pflege befindlichen Kinder aus Tirol zu einem klaren Urteil »Landesbedienstete unterliegen einem strengen Schweigegelöbnis und dann gebe es da noch § 7 TJWG«

So hoffe ich, meine Meldedaten sind jetzt bei Frau Silvia Rass-Schell in sicheren Händen. Ob allerdings der freie Zugang zum Melderegister, er ist in Büroräumlichkeiten der Jugendwohlfahrt ungehindert möglich, zur Bespitzelung von Journalisten dienlich sein könnte, entzieht sich dennoch meiner Kenntnis.

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