Facebook: Landesgericht Wien für Klage von Jus-Student nicht zuständig

Seit geraumer Zeit sorgt der aus Salzburg stammende Max Schrems in puncto Facebook für Aufsehen. Das soziale Netzwerk habe gegen geltende Datenschutzbestimmungen verstoßen und agiere im Umgang mit Daten seiner Nutzer gewinnbringend. Seit heute verhandelt das Landesgericht Wien eine Sammelklage Schrems der sich über 25.000 Geschädigte angeschlossen haben. Jeder von ihnen fordert 500,- Euro Schadensersatz.

Der dank sozialen Netzwerken wie Facebook längst bekannte Datenhandel erreicht seinen nächsten Höhepunkt. Seit heute muss sich das Landesgericht Wien mit einer Klage des Doktoranden Max Schrems befassen. Der laut eigenen Angaben keiner persönlichen Bevorteilung interessierte Kläger wollte nie Jurist werden, geschweige denn im Bereich Datenschutz tätig sein.

Dennoch wagt der 28-jährige den Kampf David gegen Goliath. Dank Prozessfinanzier Roland und mit Unterstützung des Wiener Rechtsanwalts Wolfram Proksch stellt man sich in der heutigen Verhandlung der Frage, ob das Landesgericht Wien überhaupt zuständig ist.

Facebook-Anwalt Nikolaus Pitkowitz findet bereits vor Verhandlungsbeginn klare Worte  icon-angle-double-right Max Schrems ist kein Verbraucher, und führe er die Klage vielmehr in „eigenem beruflichen und unternehmerischen Interesse“  icon-angle-double-left

Den Ausgang der Auseinandersetzung nahm Schrems Feststellung, dass trotz Aufforderung an Facebook das Soziale Netzwerk gelöschte persönliche Daten tatsächlich nicht löscht, sondern weiterhin abspeichert. Der Handel mit jenen von Facebook-Nutzern online gestellten Daten und Nutzerprofilen steht genauso im Raum, wie die zielgerichtete Bewerbung der auf Facebook registrierten Benutzer.

Wer sich bei Facebook registriert, ist in den ersten Minuten schon mit vielen Fragen seitens Facebook konfrontiert. So habe der neue Nutzer gleich seine persönlichen Interessen mit potentiellen Freunden zu teilen. Egal ob Lieblingsfilme, sportliche Aktivitäten, oder die Liebe zu Produktmarken. Schon mit der Befüllung der Option „Gefällt mir“ erlangt Facebook tiefe Einblicke in persönliche Vorlieben.

Selbst durch verschiedene Privatsphäre-Einstellungen für Dritte scheinbar versiegelte Profile sind einsehbar. Seit Jahren bieten einschlägige Märkte in den USA, Russland und der Ukraine den Ankauf spezifischer Benutzer-Chronologien an. Nicht einmal die Ex-Freundin ist so vor dem Zugriff auf Fotos mit ihrem neuen Liebsten gefeit.

Kritiker warnen schon länger man solle von sozialen Netzwerken Abstand nehmen. Dennoch, die offenkundige Denkresistenz unzähliger Internet-User beschert Facebook fulminante Zahlen, wenn auch immer mehr junge Nutzer Richtung WhatsApp & Co abwandern, Dienste, die wie am Beispiel WhatsApp, später dann aufgekauft werden. So hält Facebook den Kreislauf der Denkresistenz am Leben.

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