Frauen unter Islamisten

Feministische Auseinandersetzungen sind nichts Neues. Auch nicht in der bunten Welt zwischen Anhängern des Islam und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), des Dachverbandes des radikalen politischen Islam im Land.

Ein Mitglied des Obersten Rates der IGGÖ trat zurück und legte auch die Funktion als Islamlehrerin nieder. Das verursachte große Aufmerksamkeit, denn Fatma Akay-Türker war die einzige Frau im Obersten Rat, und dort Frauensprecherin. Ihr Rücktritt schien nicht ganz funktioniert zu haben, weil sie ihn nur medial und über Facebook verkündete, nicht aber auf dem regulären Weg innerhalb der IGGÖ.

Fatma Akay-Türker beklagte sich in Interviews, die islamischen Institutionen seien Männer-orientiert, Frauen würden nicht beachtet und in der Summe diskriminiert, sie würden durch eine Zwangstheologie in ihrer Entfaltung gehindert werden. Akay-Türker habe ihre Stelle dahin gesehen, sagte sie, für Frauen einzutreten und deren Lage zu verbessern, das sei nicht gut angekommen.

Wie immer, wenn es um die fragwürdige IGGÖ geht, tauchen auch hier gleich einmal Ungereimtheiten auf. Der Oberste Rat besteht laut Statuten aus 15 Mitgliedern, jede Kultusgemeinde soll zumindest mit einem Mitglied im Obersten Rat vertreten sein. 15 Mitglieder, bei 27 aufgelisteten Kultusgemeinden? Das ist eben die islamische Rechnung. Alle Mitglieder des Obersten Rates müssen dem Schurarat angehören. Dessen Mitglieder, mittlerweile über 100, werden jedoch gar nicht mehr gelistet, in der Vergangenheit hatte es zu viele Unregelmäßigkeiten gegeben.


Gruppierung: Avusturia Türk Federasyon

Der IGGÖ gehören ausschließlich politische Gruppierungen an. Religion gibt es nur im Titel. Eine dieser Gruppierungen ist die Avusturia Türk Federasyon, der Österreich-Ableger der türkischen Partei MHP. Diese Partei ist ultra-nationalistisch, strikt antisemitisch ausgerichtet und unterstützt den Islamischen Staat und BDS, so wie die Milli Görüs. Als Zeichen verwendet die MHP oft den sogenannten Wolfsgruß der Grauen Wölfe (Bozkurtlar). In Österreich wird die MHP als rechtsextrem angegriffen, aber niemand kritisierte bisher ihre Mitwirkung in den Führungsgremien der IGGÖ.

Ausgerechnet von dieser extremistischen und erzkonservativen Partei, die in Österreich als verfassungsfeindlich angesehen wird, war Fatma Akay-Türker in den Schurarat der IGGÖ entsendet worden. Mit Sicherheit die richtige Plattform für Änderungen – oder missverstand Akay-Türker da nicht etwas? In Interviews betonte Akay-Türker zwar, sich für Rechte der Frauen im Islam einzusetzen. Das klingt alles andere als glaubwürdig, weil sie selbst das eng geschnürte Kopftuch des radikalen Islam trägt, komplett mit Untertuch. Akay-Türker beruft sich auf den Koran, doch dort steht nirgends etwas von dieser Vermummung.

Ebensowenig spricht Akay-Türker über die Hintergründe ihres Rücktritts. In der IGGÖ ist es kein Geheimnis, dass die Türkin von Carla Baghajati gemobbt worden war. Baghajati ist Mitglied der – in fast allen arabischen Ländern als terroristisch verbotenen – Muslimbruderschaft und war sehr verärgert, als man sie aus dem Obersten Rat entfernt hatte, weil Baghajati keine Türkin ist.

Auch der persönliche Hintergrund von Fatma Akay-Türker liegt im Schatten. Sie war als Kind nach Österreich gekommen. Warum? Wurde sogleich für politische Zwecke eingespannt. Akay-Türker habe in Österreich das Diplomfach der Turkologie studiert, sagt sie. Ein eigenartiges Fach. Die Universität Wien beschreibt es so: „Das Ziel des Masterstudiums Turkologie an der Universität Wien sind philologisch fundierte Kenntnisse des modernen Türkeitürkischen, des Osmanischen, einer weiteren Turksprache und des modernen Neupersischen sowie die Fähigkeit zur eigenständigen wissenschaftlichen Beschäftigung mit aktuellen und historischen Themen aus der türkischen Geschichte, Literatur und Kulturgeschichte, wobei der Schwerpunkt in der Osmanistik liegt, durch Heranziehung von originalsprachlichen Quellen. Der Vertiefung der Kenntnisse des Osmanischen wird im Studium breiter Raum gewidmet.“

Keinem würde es einfallen, in der Türkei Austrologie anzubieten. Keinem Österreicher würde es einfallen, so ein Fach in der Türkei zu studieren.

Ferner gab Akay-Türker an, sie habe ihr Doktoratsstudium in der Türkei abgeschlossen. Ihre Dissertation trage den Titel „Der Große Türkenkrieg 1683–1699 aus der Sicht der Österreicher (anhand österreichischer/deutscher Quellen)“. Ob man diese Quellen – Deutschland etwa wurde erst rund 200 Jahre später gegründet – in der Türkei so einfach auffindet? Das kann nicht nachgeprüft werden, weil trotz Suche an der Universität Wien diese Dissertation auch nicht so einfach auffindbar ist.

Insgesamt scheint Fatma Akay-Türker also weder etwas zur Verbesserung der Stellung von Frauen im Islam noch zu ihrer Integration in Österreich beigetragen zu haben. Ihre eigentlichen Beweggründe, neben dem Erregen medialer Aufmerksamkeit, bleiben daher verborgen.

Vielleicht kann sich Österreich doch noch einmal aufraffen – falls Regierung und Behörden endlich aus ihrem Corona-Taumel erwachen – den Extremisten-Verband Islamische Glaubensgemeinschaft aufzulösen und ausländische politische Parteien in Österreich zu verbieten.

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