Grazer Müllkinder

Medial schwirrt der Fall zwischen öffentlichem Druck auf der einen Seite und Amtsverschwiegenheit auf der anderen Seite. Seit 10 Jahren soll die achtköpfige Familie aus Graz vom Jugendamt betreut werden. Seit 10 Jahren aber auch dürften Sozialarbeiterinnen wenig hinter die Kulissen geblickt haben. Mediale Kritik am Desaster Jugendwohlfahrt ist nichts Neues und für Journalisten eine Gratwanderung. Selten wünschen Jugendämter und ihr Netzwerk an Helfern Einblick in ein System voller Komplexität und Fragezeichen.

Dennoch, Anrainer haben gesehen und berichtet, ihre Bedenken schließlich der Behörde zugetragen. Erst auf Druck einer österreichischen Tageszeitung hin, waren sie schließlich hartnäckig – die Schützengilde des Kindeswohl. Im Fall der Grazer Müllkinder leiden trotz allem nun vier kleine Mädchenseelen. Müssen sie doch von nun an getrennt in Pflegefamilien aufwachsen, da beschwichtigende Behörden wieder einmal anderes zutun hatten als ihre geliebte Familie zu retten.

Die unzähligen Kommentare in Internet-Foren, platziert unter den vielen Medienberichten, lassen nicht zuletzt eine Frage berechtigterweise zu: Warum müssen die betroffenen Kinder nun das Traumata der Trennung auch noch auf sich nehmen, während das zuständige Jugendamt 10 Jahre lang mit seinem Hilfeplan verebbt, ehe die wahre Tragweite der Situation einer achtköpfigen Familie erkannt werden konnte.

Die Grazer Müllkinder – ein tragischer Einzelfall für die einen – ein bedrückendes Fallbeispiel von vielen für die anderen.

Impressum | Kontakt | Sitemap

BlitznewsSteirerblattXeleon.TVWhats Up TV