Katholisch-Islamischer Religionsunterricht – So kooperiert Erzdiözese Wien mit Muslimbruderschaft

Die Erzdiözese Wien hat die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems errichtet und erhält diese gemeinsam mit der Diözese St. Pölten und der Evangelischen, der Griechisch-Orientalischen, den Orientalisch-Orthodoxen und der Altkatholischen Kirche Österreichs. Die ökumenische Zusammenarbeit macht diese Hochschule als größte Kirchliche Pädagogische Hochschule europaweit zu einer einmaligen Bildungseinrichtung.

islamunterrichtEinmalig deshalb, weil erstmals in Europa eine Ausbildungsstätte der radikal-islamischen Muslimbruderschaft in eine kirchliche Hochschule integriert wird. In einem europaweit bisher einzigartigen Modellprojekt wird in Österreich künftig die Ausbildung von christlichen und islamischen Religionslehrern für Volksschulen erstmals unter einem Dach stattfinden. Der in Wien ansässige „Private Studiengang für die Ausbildung islamischer ReligionslehrerInnen an Pflichtschulen“ (IRPA), eine Einrichtung der Muslimbruderschaft, erhält dazu künftig den Status eines Instituts an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems.

Angehende Volksschullehrer bekommen mit dieser Kooperation die Möglichkeit, an der KPH im Rahmen ihrer Lehrerausbildung die zusätzliche Qualifikation für die Erteilung islamischen Religionsunterrichts zu erwerben. Diese Zusammenarbeit von Christen und Muslimen fördere den Dialog der Religionen, der die eigene Identität wahre, die Unterschiede ernst nehme und das Gemeinsame in den Mittelpunkt stelle, so die KPH in einer Aussendung. Die religionsübergreifende Zusammenarbeit unterstütze Anliegen, Verantwortung im Bildungsbereich über die religiöse Bildung heraus zu übernehmen und zu einer Kultur der Anerkennung im schulischen Kontext beizutragen, meinte IRPA-Direktorin Amena Shakir dazu, die Schwester des bekannten Muslimbruders Ibrahim El-Zayat.

Im Leitbild der KPH  icon-download [PDF-Download: Leitbild] ist nichts zu erkennen, dass die KPH auch islamische Werte vermittelt. Es ist auch nicht zu erkennen, dass die KPH bei dieser Einbeziehung der IRPA nicht islamische Werte übernimmt, sondern die Werte der Muslimbruderschaft, die den Islam als politische Lehre vertritt.

In der letzten Stellenausschreibung der KPH  icon-download [PDF-Download: Stellenausschreibung] wird die IRPA als Campus der KPH geführt. Das bedeutet nichts weniger, als dass eine kirchliche Hochschule Stellen für eine Ausbildungsstätte des politischen Islam ausschreibt.

Bei den Stellenausschreibungen der KPH für den „Campus“ IRPA fällt auf, dass nirgends Deutsch-Kenntnisse verlangt werden; und zwar eine Qualifizierung, die den Aufgaben in einer tertiären Bildungsinstitution genügen. Es scheint daher nicht vorgesehen, dass islamische Vortragende Kenntnisse der deutschen Unterrichtssprache mitbringen müssen. Wird dann in Schulen auf Deutsch unterrichtet werden?

Nicht weniger auffällig ist, dass die ausgeschriebenen Stellen gezielt auf Bewerber aus dem Bereich der IRPA angepasst und zurecht geschnitten sind. So wird zum Beispiel für einen Dozenten für Schulpraktische Studien der Abschluss eines Wirtschaftsstudiums verlangt. Die vorgesehene Person braucht weder religionspädagogische noch fachwissenschaftliche noch arabische Studien. Das offenbar nur, weil die betreffende Person eine langjährige türkischstämmige Professorin der IRPA ohne die genannten logischen Qualifikationen ist.

Bei den zwei Stellen für Koranrezitation sieht man auch eine deutliche Diskrepanz. Bei der ersten Stelle wird kein Arabisch, bei der zweiten doch und ein Muttersprachler verlangt. Bei beiden Stellen wird zu den Aufgaben die Betreuung von Bachelorarbeiten angeführt. Beide beabsichtigten Personen können keine wissenschaftliche Arbeit betreuen, selbst wenn einer von beiden einen Doktortitel hat. Bei zwei Stellen, für die Besetzung von Professorenstellen für die Fort- und Weiterbildung, wird bei der anspruchsvolleren Stelle kein Doktoratstudium verlangt, bei der zweiten, weniger anspruchsvollen Stelle aber doch ein Doktoratstudium bevorzugt.

Für die Stellen für Schulrecht wird bei den Aufgaben die Betreuung von Bachelorarbeiten sowie die Betreuung von Studierenden in ihren schulpraktischen Studien angeführt. Eigenartig aber ist, dass beim Profil das Studium weder der islamischen Religionspädagogik noch der Fachwissenschaft noch fundierte und langjährige Schulerfahrungen verlangt wird. Offenbar weil die angesprochenen Personen Konvertitinnen ohne islamische oder religionspädagogische Studien sind?

Außerdem wird bei manchen Stellen ein abgeschlossenes Studium, bei anderen nur ein Studium verlangt, wie zum Beispiel die Stelle für Korandidaktik und Fachdidaktik, sowie für Religionspädagogik und Fachdidaktik. Offenbar weil einige der vorgesehenen Personen lediglich ein Bachelorstudium haben? Einige der als Lehrende vorgesehenen Personen würden eine Deutschprüfung auf akademischem Niveau nicht bestehen, geschweige denn wären in der Lage, einen wissenschaftlichen Artikel zu schreiben oder gar Seminar- und Bachelorarbeiten zu betreuen.

Eigenartig ist auch, dass bei den meisten Anforderungsprofilen keine nachweisliche Forschung und Publikation gefordert wird. Das erweckt den Eindruck als gäbe es keine qualifizierten muslimischen Personen. Wohl gemerkt gäbe es einige mögliche Bewerber, die gerade facheinschlägig in der Islamischen Religionspädagogik promovieren, facheinschlägige Publikationen haben sowohl in Form von Artikeln in anerkannten wissenschaftlichen Zeitschriften sowie Monographien.

Die Analyse dieser ausgeschriebenen Stellen zeigt, dass diese Stellen hauptsächlich auf unqualifizierte Personen zurechtgeschnitten werden. Dahinter steckt, kaum verkennbar, der Wunsch der IRPA, größere Anerkennung und Institutionalisierung der Muslimischen Jugend Österreichs (MJÖ) und somit des Nachwuchses der Muslimbrüderschaft voranzutreiben. Die Einbeziehung radikal-islamischer Gruppierungen in eine kirchliche pädagogische Ausbildung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Unklar blieb, ob sich die KPH dieser unmittelbaren Kooperation mit der Muslimbruderschaft und deren Zielen bewusst ist. Anfragen wurden nicht beantwortet.

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