Kinder beflegeln sich in virtuellen Welten

Kinder und Jugendliche nutzen virtuelle Welten und Online-Gemeinschaften zunehmend zum Austragen von Konflikten. Nicht nur die Freizeitgestaltung an sich verlagert sich ins Internet, auch die typischen Schulhofstreitereien, Mobbing und schlechtes Benehmen werden in die Parallelwelten übertragen. Die Heranwachsenden müssen bei ihren Online-Aktivitäten nicht nur vor kriminellen Erwachsenen, sondern auch vor einander geschützt werden, sagen Experten. Wie die Los Angeles Times berichtet, häufen sich in den Online-Welten für Kinder die Fälle von gegenseitigen Gemeinheiten. Immer mehr Kids verkaufen gefälschte virtuelle Waren, beflegeln sich oder klauen anderen ihre Passwörter.

„Leider kommt es vor, dass Menschen online Streitigkeiten austragen, andere mobben oder bedrohen. Auch Kinder und Jugendliche können dabei zum Täter oder zum Opfer werden“, sagt Katja Knierim, Projektleiterin Chats und Social Communities von der Initiative jugendschutz.net http://www.jugendschutz.net, gegenüber pressetext. Das Problem zieht sich quer über verschiedenste Online-Plattformen – angefangen von sozialen Netzwerken über Foren bis hin zu den Internet-Welten. „Beleidigungen und Bedrohungen können via E-Mail, Instant Messenger, Chat, Forum oder Gästebuch ausgesprochen werden“, so Knierim. Die Formen des Mobbings seien vielfältig.

Schauplatz der gegenseitigen Gehässigkeiten sind meist jene Plattformen, die sich explizit an Kinder richten. So ist das Problem beispielsweise in Second Life, das grundsätzlich auf Erwachsene ausgelegt ist, weniger häufig, als in den boomenden Online-Clubs wie Disneys Club Penguin http://www.clubpenguin.com oder Habbo Hotel http://www.habbo.com. „Das sogenannte Maingrid in Second Life ist nur Nutzern ab 18 Jahren zugänglich. Für Nutzer zwischen 13 und 17 Jahren ist Teen Second Life und ein eigenes Grid aktiv“, erklärt Silvio Remus vom deutschen Second-Life-Portal SLinside http://slinside.com auf Nachfrage von pressetext. Das gemeinsame Miteinander und die soziale Interaktion von Kindern und Jugendlichen in virtuellen Welten unterscheide sich im Grunde nicht von jenem aus Webcommunitys oder dem realen Leben, meint Remus.

Um dem Mobbing und dem schlechten Benehmen entgegenzuwirken, versuchen die Betreiber der Kinder-Onlinewelten nun vermehrt aufzuklären oder setzen verstärkte Kontrollinstrumente ein. So wird zum Beispiel auf den meisten Plattformen jedes einzelne Wort, das ein Kind eintippt, mitverfolgt und auf seinen Inhalt geprüft. Außerdem weisen die Portale explizit darauf hin, dass keine Passwörter leichtsinnig herausgegeben werden sollen, um virtuelle Betrugsfälle oder Diebstähle zu vermeiden. „Kinder und Jugendliche können das Risiko senken, indem sie online immer vorsichtig mit ihren persönlichen Daten und Fotos umgehen“, meint Knierim. Daneben sei es ratsam, sich auf Kommunikationsplattformen nicht auf Streitereien einzulassen.

Laut einer Studie der University of California in Los Angeles (UCLA) http://www.ucla.edu sind die Kids unglaublich ideenreich, wenn es darum geht, sich gegenseitig zu betrügen oder auszutricksen. Das resultiere vor allem daraus, dass die Kinder – ähnlich wie Erwachsene – sich im Netz eher zu schlechtem Benehmen hinreißen lassen als im realen Leben. Die Hemmschwellen sind niedriger und die Angst vor möglichen Konsequenzen sehr gering. Trotz Kontrollmaßnahmen seitens der Betreiber fühlen sich die Kinder weit weniger beobachtet als beispielsweise durch einen Lehrer in der Schule. (pte/red)

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