Kinder bleiben im Web 2.0 lieber unter sich

Kinder bleiben im Web 2.0 lieber unter sich und pflegen Freundschaften aus der realen Welt, statt Kontakt zu unbekannten Usern aufzunehmen. Zwar laden die Kinder eigene Bilder und Videos hoch, gestalten persönliche Homepages und eröffnen Chats. Dies geschieht allerdings vorzugsweise innerhalb eines geschützten Raumes, den nur gute Freunde betreten dürfen. Erst mit zunehmendem Alter steigt das Interesse an neuen Bekanntschaften im Web. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die das Marktforschungsinstitut iconkids & youth http://www.iconkids.com im Auftrag des TV-Senders SUPER RTL durchgeführt hat. Demnach wägen die meisten der jungen User zudem sehr genau ab, welche Informationen sie im Internet über sich preisgeben. Einen unreflektierten Umgang mit Medien könne man ihnen deshalb nicht unterstellen, folgert die Studie.

Wenig interessiert geben sich Kinder und Jugendliche laut der repräsentativen Untersuchung auch gegenüber Blogs und virtuellen Welten à la Second Life. Lieber schauen sie sich Videoclips an. Während sich die Mädchen dabei vornehmlich für solche Beiträge begeistern können, die prominente Celebritys zum Inhalt haben, stehen bei den Jungen Pannenvideos hoch im Kurs. Sowohl Jungen als auch Mädchen sind aber grundsätzlich wenig daran interessiert, sich selbst abzubilden. Ausschlaggebender Grund in diesem Zusammenhang ist die Furcht vor der eigenen Blamage, stellt die Studie fest.

Erst im vergangenen Monat hatte eine Studie der US-amerikanischen Universität New Hampshire in Durham http://www.unh.edu darauf hingewiesen, dass Kinder sich der im Netz lauernden Gefahren nicht ausreichend bewusst seien (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080405002 ). Viel zu unkritisch gingen sie mit in Foren, Communitys und Chat-Rooms gemachten Bekanntschaften um, lautete damals die Kritik der Forscher. Verantwortlich hierfür sei der Studie zufolge vor allem das mangelnde Gefahrenbewusstsein auf Seiten der Eltern. Diese würden die für ihre Kinder im Internet bestehenden Gefahren vollkommen falsch einschätzen. Die betroffenen Teenager, die Mehrzahl davon Mädchen, würden häufig einfach glauben, dass sich ihre neu gewonnenen Online-Freunde in sie verliebt hätten oder es sich um einen ganz normalen Flirt handle.

„Die Nutzung des Internets ist auch für Kinder zeitgemäß. Wichtig ist dabei allerdings, dass sie von ihren Eltern auf die im Web lauernden Gefahren aufmerksam gemacht werden“, erklärt Udo Weber, Diplompsychologe von der Beratungsstelle Phoenix der Arbeiterwohlfahrt des Saarlandes http://www.awo-saarland.de, auf Anfrage von pressetext. Das Internet sei eine Datenautobahn, auf der man nicht ohne Führerschein fahren könne. „Viele Kinder gehen ins Netz, um ihre Internet-Clique zu treffen. Die Praxis zeigt, dass diese großteils der Schulclique entspricht“, schildert Weber. Problematisch sei es aber insbesondere dann, wenn über Schulfreunde neue Kontakte geknüpft werden. „In solchen Fällen fehlt leider oft das gesunde Misstrauen“, stellt Weber abschließend fest.

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