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Kundenfang mit Einkaufswägen

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Der nächste Schlag gegen die persönliche Freiheit wird schon getestet. Für Einkaufswägen bei Supermärkten brauchte man bisher eine Münze oder einen Chip, um sie zu entsperren. Weshalb das so ist, konnte noch nie jemand begründen. Denn jeder, der/die einen Einkaufswagen mitnehmen will, verzichtet dann höchstens auf eine Kleinigkeit.

Nun hängt die Drohung in der Luft: Laut Technikmagazinen sollen Einkaufswagen künftig mit dem Smartphone oder der Smartwatch entsperrt werden können. Hersteller Wanzl hat dafür eine App entwickelt. Und hier sollten Kunden hellhörig werden.

Die Verwendung der Einkaufswägen soll nur mehr möglich sein, wenn man sich eine App des Marktes installiert. Damit können die Wägen entsperrt werden. Selbstverständlich wird dann anhand der Telefondaten auch genau aufgezeichnet, wer der Kunde ist, wo er sich aufhält,  wann und wie er einkauft und – über das schon übliche System mit RFID-Funkchips – was er zu welcher Tageszeit kauft. Die Märkte sehen zeitnah, wie lange ein Einkauf gedauert hat, wie lange sich Kunden und Kundinnen vor bestimmten Regalen aufgehalten haben und können gezielt Kaufanreize setzen, beispielsweise durch Coupons und Rabattaktionen.

Diese Datenerfassung und –verarbeitung erfolgt völlig ungeschützt, so wie alles, das über Smartphones läuft. Sie überlegen gerade vor dem Kaffee-Regal. Wir können Ihnen (diese oder jene) Sorte zum Vorteilspreis anbieten, wenn Sie gleich zwei Dosen nehmen. Oder: Sie haben vor zwei Tagen Brot und Milch gekauft, wir erinnern Sie an frischen Nachschub. Oder, durch die freie Weitergabe der Daten an Dritte: Sie haben vor einer Woche mehr als üblich für Ihren Einkauf ausgegeben. Wir bieten Ihnen einen günstigen Kredit. Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt – wie es schon Facebook vorexerziert.

Die Rückgabe der Einkaufswägen soll durch ein Bonussystem gewährleistet werden. Hersteller Wanzl nennt dafür verschiedene Beispiele: eine Spende für einen guten Zweck, der Ausdruck eines Bons für den nächsten Einkauf oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel. Wenn Sie das nächste Mal kommen, geht ein Prozent Ihres Einkaufs an Caritas – schwebt dann in der Luft.

Mit solchen Systemen endet der letzte Funke der persönlichen Freiheit.

Ausgeschlossen freilich bleiben jene, die sich keines Smartphones bedienen, das sind vor allem ältere Leute. Müssen diese dann bei jedem Einkauf, unter Angabe aller ihrer Daten, eine Freigabe für einen Einkaufswagen anmieten?

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