Namen, die reizen.

Einige Namen sind für die Bevölkerung zum Reizwort geworden. Keiner will sie mehr hören, keiner will die Namensträger sehen.

Natascha Kampusch ist der eine. Niemand will aufklären oder zugeben, was wirklich mit ihr passierte. War Natascha Kampusch Opfer? Dann sollte sie vergessen lernen, ein neues Leben beginnen. Weit gefehlt. Durch mediengeile Berater angestachelt, bringt sie sich penetrant in Erinnerung, spendet vorlaute Meinungen zu den unpassendsten Themen, gebärdet sich als Star, der alles weiß und sich in Szene setzt. Der Effekt ist unvermeidlich peinlich.

Übertroffen wird der Name Kampusch vom Namen Zogaj. Dort blieb keine Unklarheit offen. Eine Familie ließ sich um teures Geld nach Österreich schleppen, einige Familienmitglieder mehrmals, weil sie hier unter dem Schutz finanzkräftiger Gönner besser leben konnten. Flüchtlinge? Waren sie nie. Asylwerber? Nur auf dem Papier, Anspruch auf Asyl bestand keiner. Der Fall war von A bis Z als Testfall geplant, wie weit Gesetze umgangen werden können. Meldung, Arbeit, Schulbesuch, alles passierte in einem rechtsfreien Raum.

Wird ein Abschiebebescheid erlassen, stellt die Polizei den Bescheid zu und nimmt den Abzuschiebenden mit. Nicht so bei Zogajs. Sie brauchten nur ein bisschen drohen, schon zog sich die Behörde zurück, behielt die Bescheide in der Schublade. Die Präsidentin des Nationalrats nützte ihre Position zur fragwürdigen Deklaration, die arme Arigona sei doch im Herzen Österreicherin. Kein Asylgrund, Frau Präsident. Millionen Menschen aus hundert Staaten hingen während der letzten Weltmeisterschaft im Herzen dem einen oder anderen Staat an. Diese Herzensangelegenheit als Aufenthaltsgrund zu deuten, würde sich jeder Staat ungefragt verbitten.

Das politische Pseudo-Drama scheint nun vorerst zu Ende. Die Zogajs sind endlich daheim! Wirklich daheim, in ihrer Heimat! Nicht ohne auch der letzten behördlichen Aufforderung zum Trotz die Ausreise erneut verschoben zu haben. Am besten gefällt hier der Satz im Gesetz: “Ausweisungen nach Abs. 1 bleiben binnen 18 Monaten ab einer Ausreise des Fremden aufrecht.” Hoffen wir also, dass die Familie Zogaj diese eineinhalb Jahre nützt, auf eigenen Füßen stehen zu lernen, ohne Klingelbeutel, Volkshilfe-Konto und Selbstmord-Drohungen. Dass die Zogajs in Zukunft weit weg von diesen gut organisierten Schlepperbanden bleiben, die mit einem System von Rechtsbrüchen dienen können. Dass uns der Name Zogaj die nächsten 18 Monate erspart bleiben möge, hoffentlich auch noch die nächsten 18 Jahre.

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