Natascha Kampusch Talkshow startet am Sonntag

Natascha Kampusch TalkshowNach einigen Aufschüben und anhaltenden Spekulationen ist es nun soweit: Übermorgen, Sonntag, startet das Entführungsopfer Natascha Kampusch eine eigene Talkshow auf dem österreichischen Privat-TV-Sender Puls 4 http://www.puls4.com. Erster Gast ist der ehemalige Formel-1-Weltmeister und Airline-Besitzer Niki Lauda. „Das neue Format wird voraussichtlich einmal pro Monat ausgestrahlt werden, ein genaues Intervall steht derzeit aber noch nicht fest“, sagt Christina Patzl, Sprecherin des für den TV-Sender verantwortlichen Medienunternehmens SevenOne Media http://www.sevenonemedia.at . Man habe mit Kampusch eine Vereinbarung über sechs Sendungen getroffen, wobei die nächste voraussichtlich noch in diesem Sommer ausgestrahlt werden soll. Folge eins von „Natascha Kampusch trifft“ wird 40 Minuten dauern und am 1. Juni um 20.15 ausgestrahlt.

Schon im Vorfeld des Sendungsstarts hatten kritische Stimmen das journalistische Potenzial von Kampusch angezweifelt und versucht, die Talkshowpläne als „nächsten Schritt der medialen Vermarktung“ ihrer tragischen Lebensgeschichte zu enttarnen. Derartige Vorwürfe will Kampuschs Medienberater, Dusan Uzelac, aber nicht gelten lassen. „Frau Kampusch nimmt ihre Sendung sehr ernst. Sie möchte durch diese Erfahrung etwas lernen und versuchen, die Opferrolle hinter sich zu lassen“, erklärt er im Gespräch mit pressetext. Das bisherige Feedback aus der Öffentlichkeit bestätige zudem, dass die negativen Reaktionen auf die TV-Pläne der heute 20-Jährigen eher die Ausnahme sind. „Gut 70 Prozent der Rückmeldungen, die wir über die Homepage von Natascha erhalten haben, sind positiv“, betont Uzelac. Auf die Frage, ob seine Klientin keine Angst davor habe, dass ihre Sendung im Falle eines Misserfolgs gleich wieder in der medialen Versenkung verschwinden könnte, gibt sich Uzelac gelassen. „Frau Kampusch hat viele Talente und sieht dem Ganzen daher sehr zuversichtlich entgegen“, so Uzelac.

„Es ist das gute Recht von Frau Kampusch, es als TV-Moderatorin zu versuchen. Der Journalistenberuf steht schließlich allen Menschen frei. Bei einem Herrn Assinger regt sich diesbezüglich ja auch niemand auf“, stellt Peter Vitouch, Medienpsychologe und Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien http://www.univie.ac.at/Publizistik, auf Anfrage von pressetext fest. Der Umstand, dass Kampusch keine unbekannte Person ist, bringe ihr sicherlich einige Vorteile, mache es ihr gleichzeitig aber auch schwerer, sich in der Medienwelt zu etablieren. „Vor dem Hintergrund ihrer extremen Lebensgeschichte ist es Kampusch möglich, eine etwas andere Art von Fragen zu stellen und so Blickwinkel aufzuzeigen, die durch die sonst üblichen Fragen der Journalisten im Dunkeln bleiben“, meint Vitouch.

Gut zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass Natascha Kampusch sich aus dem Verlies ihres Entführers befreien konnte. Über acht Jahre hatte das damals zehnjährige Mädchen in der Gefangenschaft des Nachrichtentechnikers Wolfgang Priklopil verbracht. Nach ihrer Flucht war das Interesse der Öffentlichkeit an ihrem Fall enorm und ihre Lebensgeschichte wurde von den Medien großteils ohne Rücksicht auf Ethik und Moral ausgeschlachtet. Dennoch trat Kampusch die Flucht nach vorne an und stellte sich der Öffentlichkeit. „In den vergangenen Monaten wurde sehr viel über meine Person berichtet. Einiges davon hat nicht der Wahrheit entsprochen. Mit meiner eigenen Sendung und den sehr persönlichen Gesprächen mit meinen Gästen habe ich die Möglichkeit, mich selber aktiv einzubringen“, so Natascha Kampusch über ihre Beweggründe eine eigene Sendung zu gestalten. (pte/red)

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