Neuer Wirbel im Fall Yasemin – Richterin wütend!

Im November 2004 wurde die damals 6 jr. Yasemin Kobal, auf Betreiben ihres Vaters, durch österreichische Behörden per Gerichtsbeschluss in die Türkei zurückgebracht. Auslöser war eine Kindesentführung durch die Mutter. Seither tobt nicht nur vor dem Familiengericht in Fatih/Istanbul ein erbitterter Sorgerechtsstreit.

Unterstützung findet Franziska Kobal in einer Initiative aus Vorarlberg. Unzählige Unterschriften wurden gesammelt, im Parlament sogar eine Petition übergeben und für Spenden gebeten.

Der Journalist Stephan Pfeifhofer hat sich lange Zeit für den Verbleib von Yasemin in Österreich ausgesprochen. Nachdem Ungereimtheiten zu Tage getreten waren und der Initiative sogar die Verbindung mit einem Internet Stalker nachgewiesen werden konnte, verließ der gebürtige Tiroler und Buchautor das Unterstützer Gremium rund um German B.

»Ich studiere nebenbei Psychologie und habe deshalb jene drei Gutachten gesichtet, die im Fall Yasemin zur gerichtlichen Entscheidung geführt haben. Nachdem ich mich innerlich nicht mehr hinter den Verbleib von Yasemin bei ihrer Mutter aussprechen konnte, meine Mitstreiter über meine Erkenntnisse zum Gutachten informiert waren und ich bereits ab Mitte 2006 gleichermaßen mein Engagement für den Menschenrechteverein INHR bekundet habe, kam es schließlich Ende Dezember zum Eklat und ich trat aus« sagt Pfeifhofer, der auch für das Nachrichtenmagazin Xlarge schreibt.

Seither toben Anzeigen wegen Stalking und sogar Morddrohungen sind nicht ausgeblieben. Nun ermitteln die Behörden in Oberösterreich und Vorarlberg, nachdem Pfeifhofer Anzeige erstattet hat.

Auch Roland Reichmann vom Int. Network of Human Rights bleibt nicht unverschont und sieht sich fortwährend mit Emails der Initiativen Unterstützerin Jolando O.* konfrontiert »Ich stelle unter anderem den Homepage Speicherplatz für die Domain sorgentreff.at zur Verfügung. Laut O. hätte ich diese Domain zu löschen, das ich ohne Gerichtsbeschluss natürlich nicht machen kann«

Unterdessen distanziert sich der eigentlich aktive Initiator und Unterstützer von Franziska Kobal, German B., der mit all diesen »Rangeleien« selbst nichts zutun haben will. Patricia Göller von Sorgentreff versteht die Aufregung hingegen nicht »Es ist richtig, dass die frühere Homepage der Initiative unter yasemin.sorgentreff.at zu finden war. Allerdings habe ich damit nichts zutun und handelt es sich dabei ausschließlich um ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Stephan Pfeifhofer und der Initiative«

Stephan Pfeifhofer selbst bestätigt »Die Initiative hatte selbst kein Geld für eine eigene Homepage. Deshalb habe ich mein früheres Know How als Webdesigner zur Verfügung gestellt. Damals befand sich die Domain sorgentreff.at noch auf dem Server meines Schwiegervaters und wurde erst später auf den Server von Roland Reichmann übergeben. Nachdem ich am 29. Dezember 2006 ausschied, habe ich natürlich auch die von mir gestaltete Homepage einschließlich des Forums vom Netz genommen. Daraufhin sah ich mich über Silvester und Neujahr mit Anrufen von Frau O. konfrontiert«

Während die angeblich seriöse Initiative zwischenzeitlich keine Spendenberichte mehr veröffentlicht und angekündigte Unterstützungen durch den Lions Club nicht mehr kommentiert werden, fand am 25. September 2007 vor dem Familiengericht in Istanbul die nächste Verhandlungsrunde im Sorgerechtsstreit um Yasemin statt.

Über die Sommermonate wurde ein neues Gutachten in Auftrag gegeben. Demzufolge soll Yasemin ihre Mutter nur noch unter Aufsicht sehen. Einem Gerichtssprecher zufolge wäre Franziska Kobal zur Gutachtenserstellung nicht nach Istanbul gereist und hätte mindestens drei Termine nicht wahrgenommen.

Besonders wütend zeigt sich die Richterin über das schleppende Rechtshilfeverfahren mit Österreich. Demzufolge seien die Zeugenaussagen bis dato nicht bei Gericht eingetroffen, weshalb die Verhandlung auf den 20. November 2007 vertagt werden musste.

Patricia Göller versteht das Verhalten der Mutter nicht. Deutliches Unterverständnis bringt Göller jedoch der unterstützenden Initiative aus Vorarlberg entgegen »Ich verstehe nicht, weshalb die Initiative mit allen Mitteln versucht unsere Domain zu löschen. Den ersten Versuch hat man bei der Domainverhaltungsstelle NIC.AT gesetzt. Jetzt das Email an Herrn Roland Reichmann. Ich denke, das alles hat nichts mehr mit den eigentlichen Interessen rund um Yasemin Kobal zutun«

Roland Reichmann will auf Anfrage des Nachrichtenmagazin Xlarge vorerst abwarten »Ohne Gerichtsbeschluss werde ich keine Schritte setzen. Nun ist Frau O. und ihre Initiative am Zug«

Für Stephan Pfeifhofer ist der Fall jedoch klar »Nicht nur die österreichische Politik hat sich vom Fall abgewandt, der schon lange nicht mehr in den Tagesschlagzeilen hiesiger Massenmedien zu finden ist. Meines Erachtens trägt das Verhalten von Frau O. keinesfalls positiv zum Fall Yasemin bei. Das Mädchen wird im Februar ohnedies 10 Jahre alt und dann kann sie selbst entscheiden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendein Gericht den Ausführungen von O. Folge leisten wird, zumal kein Rechtsverstoß vorliegt«

 

* Name von der Redaktion geändert!

Impressum | Kontakt | Sitemap

BlitznewsSteirerblattXeleon.TVWhats Up TV