Obsorgeverfahren: Das Entfremdungs-Handicap

Vater Kind Entfremdung

Allzu oft entwickeln Auseinandersetzungen zwischen Elternteilen einen unendlichen Disput, der nicht zuletzt bei Gericht landet, wenn es um das gemeinsame Kind geht. Wie gehandikapt die Gerichtsbarkeit oft bei der Frage vorherrschender Entfremdungspraktiken eines Elternteils ist, stellen laufende Pflegschaftsverfahren immer wieder unter Beweis.

Die Covid-19 Situation in Österreich erbrachte nicht zuletzt den Beweis dafür mit welcher Ausprägung gerade Mütter – als Domizilelternteil – staatlich verordnete Ausgangsbeschränkungen zu ihrem eigenen Vorteil nutzen, und so Kontaktrechte zum Vater begraben. Väter stoßen dabei vermehrt – trotz penibel geführter Dokumentation – in punkto Entfremdung zu meist bei den offiziellen Stellen auf taube Ohren.

Ein aktueller Fall, gelegen bei der MA11 (Anm. Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wien) lässt aufhorchen. Seit mehr als drei Wochen muss ein Vater auf angekündigte Maßnahmen der Behörden zuwarten. Die Mutter und das Kind sollten psychologisch begutachtet und zwei Gefährdungsmeldungen, die seit Anfang März vorliegen, bewertet werden.

Für DSA F. kein Grund zur Eile, trotz neuerlicher Nachfragen derjenigen, die besagte Gefährdungsmeldungen verfassten, und obwohl das Kind im Januar sich einer der besorgten Melder anvertraute. Eine blutverschmierte „Momo“ habe ihr im Wald aufgelauert. Für das 8-jährige betroffene Kind ein Horror. Vor den Augen des Zeugen kämpft das Mädchen gegen dieses Monster.

Das Bezirksgericht Döbling nahm die Angst des Kindes scheinbar nicht ernst und erblickte in den Gefährdungsmeldungen aus dem Umfeld des Vaters ein empathisches Verhalten. Die Folge war ein Untersagen des seit acht Jahren aufrechten Kontaktrechts zwischen Vater und Kind – bei Ausübung der gemeinsamen Obsorge.

SMS eines Kindes infolge von Entfremdung – an den Vater!

Selbst die vom Gericht zugesprochenen drei Telefonate pro Woche sind praktisch wertlos. Das Kind teilt mit klaren Worten mit es wolle keinen Kontakt mehr zum Vater. Allzu gut kennen Väter solche Botschaften, die ihren Ursprung in subtilen Entfremdungsmaßnahmen eines Elternteils, zumeist die Mutter, ihren Ursprung haben.

Das Bezirksgericht Döbling erachtete es weder für notwendig die Beweisanträge und Zeugen des Vaters tiefer gehend zu prüfen noch die eindeutige Dokumentation des Vaters in Augenschein zu nehmen. Die vorliegende Entfremdung seitens der Kindesmutter wurde so gerichtlich nicht ergründet.

Bei all diesen Vorgängen auf der Strecke bleibt zuletzt das Kind. Wie viele Experten kritisieren der Nährboden für einen massiven Loyalitätskonflikt und Traumas. Die vom Gericht installierte Kinderbeiständin B., von der Mutter als Psychologin in Anrede ihres Vornamens tituliert, bringt das rechtsstaatliche Gefüge zum Überlaufen. So hätte der Vater Ende Februar sein Kind nach einem Termin bei B. noch am selben Tag der Mutter aushändigen sollen, obwohl ihm und seinem Kind ein Besuchswochenende zustand.

In der darauf folgenden Woche dieses Geschehens, und als der Vater dem nicht Folge leistete, marschiert die Kinderbeiständin samt Kind bei Gericht auf. Die Folge: Das Kind verneint jetzt gänzlich einen Kontaktwunsch zum Vater. Eine Woche später der kurze Prozess und wieder eine Woche später der Beschluss – ohne Wahrung des rechtlichen Gehörs des Vaters – und mit Anschuldigungen in Form eines richterlichen Psychogramms, die bis dahin nicht einmal in der vorausgehenden Tagsatzung thematisiert wurden.

Pflegschaftsgerichte in Österreich sind scheinbar nach wie vor gehandikapt klare Verdachtsmomente der Entfremdung bei einem Elternteil profunde zu ergründen, und der zumeist gegebenen Beweislast des betroffenen anderen Elternteils Aufmerksamkeit zu widmen. Ob nun einer Schieflage im Rechtsstaat oder mangelnder Judikatur zuordenbar. Ein Vater klagte in einem ähnlichen Fall auf Schadensersatz die Mutter, und bekam Recht.

Im Wesentlichen habe es im konkreten Fall die Mutter unterlassen den gemeinsamen Sohn auf die Besuchskontakte mit dem Vater vorzubereiten. Im Gegenteil, sie habe das Kind gezielt manipuliert. Der Vater forderte schließlich eine 5-stellige Summe, und bekam vor dem Landesgericht Korneuburg Recht.

Statistisch existieren keine tatsächlichen Zahlen zur aufgezeigten Thematik. Die Statistik Austria erhebt aber zumindest jährlich auch Ein-Eltern-Haushalte, das heißt welche Kinder in welchen Altersgruppen jeweils bei alleinerziehenden Vätern oder Müttern leben. Die Wiener Zeitung befasste sich mit dem Thema im Jahr 2008. Schon damals wiesen die Statistiker 106.200 alleinerziehende Mütter gegenüber gerade einmal 8300 alleinerziehenden Vätern aus.

Im Jahr 2019 stiegen analog von Scheidens- bzw. Trennungsrate die Zahlen proportional. So verzeichneten die Statistiker zum Erhebungszeitraum März 2020 für 2019 14 % alleinerziehende Väter gegenüber 86 % alleinerziehenden Müttern. Auffallend sogar ist, dass die Zahl der alleinerziehenden Väter mit zunehmenden Alter der Kind rapide schwindet. So versorgten 2019 nur noch rund 34.000 alleinerziehende Väter Kinder unter 15 Jahren.

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