Peinliches Medial Debakel zu Euro Halbfinale

Die UEFA EURO 2008 in Österreich und der Schweiz neigt sich dem Ende. So spannend das Halbfinal Spiel zwischen der Türkei und Deutschland auch war, über Minuten konnte niemand die entscheidenden letzten Spielsequenzen sehen. Ein Stromausfall im Internationalen Broadcasting Center (IBC) der UEFA in Wien sorgte in der 2. Halbzeit für Buh-Rufe in den Public Viewing Zonen und langen Gesichtern bei den Sportchefs der TV-Stationen.

Bei ORF, ZDF, BBC und unzähligen anderen Sendern war die Hektik groß, als plötzlich Bild und Ton in der 2. Halbzeit des EURO-Match ausfielen. Plötzlich mutierten rasende TV-Berichterstatter zu nostalgischen Radiokommentatoren. Eine vertragliche Regelung besagt, dass sämtliche TV-Stationen das UEFA Euro Signal aus Wien übernehmen müssen. In diesem Moment dachte allerdings keiner mehr daran.

Mittwochabend herrschte in Wien sprichwörtlich Gewitterstimmung, so dass die Fanzone mit über 28.000 Besuchern geräumt werden musste, nachdem ein Stromausfall das IBC lahm legte. Während beispielsweise beim jährlichen Song Contest sämtliche Technik doppelt gesichert ist, dürfte die UEFA in Punkto Stromausfall nun in argen Erklärungsnotstand geraten.

ORF und ZDF konnten sich schließlich dank Schweizer Fernsehen einen Notbehelf basteln. Wie ZDF-Reporter Johannes B. Kerner später auf Sendung live erklärt, hätten die Schweizer als einzige eine Leitung ins Stadion nach Basel, die von den Kollegen in Mainz erschlossen werden konnte. Dazu hätte man kurzerhand „einen Satelliten angezapft“.

Klare Worte für das TV-Debakel findet Ing. Thomas Gurschler, jahrelang für Netzplanung der T-Mobile (vormals Max-Mobil) in Tirol und Vorarlberg verantwortlich „Nach wie vor werden Naturgewalten unterschätzt. Da genügt es nicht einfach auf das Sat-Signal zu vertrauen“, erinnert sich der gebürtige Vorarlberger als die Hochwasser in Österreich und damit an Zeiten, als Wählämter noch ausgepumpt werden mussten.

Gurschler war im Sommer 2003 auch für die reibungslose Übertragung des Salomon Riverjam im Auftrag von Whats-Up-TV technisch verantwortlich „Unsere professionelle Arbeit könnte als Beispiel für sämtliche Live!-Events im Sport-TV Schule machen. Dabei hat Whats-Up-TV erstklassige Arbeit geleistet. Wir waren sowohl drahtgebunden via Glasfaser als auch mittels Richtfunk Signal abgesichert. Im Notfall hätten wir sogar über eine alte T2-Standleitung senden können“.

Laut UEFA-Sprecher Wolfgang Eichler seien alle Länder, ausgenommen dem Schweizer Fernsehen und Al-Jaseera vom Ausfall betroffen gewesen, der nun einer genauen Analyse bedarf. Insbesondere wäre zu klären, ob für den Ausfall das Gewitter über Wien verantwortlich war.

Die deutsche National Elf rund um Jogi Löw ließ sich davon wohl kaum beirren und meisterte ein sagenhaftes 3:2 und somit den Einzug ins Finale, das am kommenden Sonntag, hoffentlich störungsfrei, in Wien stattfinden wird.

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