Plagiatsjäger Stefan Weber muss Fehler in Causa „Fatergate“ eingestehen

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Foto: pixabay.com | succo
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Tiefer Fall für den einst vielfach gefeierten Plagiatsjäger Stefan Weber. Unter anderem sympathisierte der Salzburger Dozent mit dem umstrittenen Blogger Markus Wilhelm, und brachte in der Vergangenheit mehrere Akademiker wie Doktoranden zu Sturz. Unter ihnen der umstrittene Erler Festspielleiter Gustav Kuhn. Jüngst versuchte Stefan Weber sein Handwerk im medialen Gewerbe. Schlagend waren von Medien, im Besonderen durch Falter Chefredakteur Florian Klenk verbreitete Justizakten um die ÖVP „Inseratenaffäre“. Die vom ÖVP-nahen Medium „Exxpress“ aufgegriffene Weber-Expertise schlug letztlich als der bekannte „Faltergate“ zu buche.

Es waren einzelne Ordnungsnummern in einem komplexen Akt, die Plagiatsjäger Stefan Weber schlussfolgern ließen Falter Chefredakteur Florian Klenk muss seine Akten direkt aus dem Ressort der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft erhalten haben. Das führte nach Berichten des ÖVP-nahen Mediums „Exxpress“ zum Cyberkrieg und handfesten Drohungen gegen Klenk via Social Media. Jetzt ermittelt sogar die Polizei gegen einen mysteriösen „Kaeptn13“, der via Twitter nebst privater Adresse Klenks handfeste Drohungen formulierte.

Statement Stefan Weber, Plagiatsjäger

Viel an Fakten bleibt nicht, denn Stefan Weber rudert jetzt in einer Aussendung massiv zurück. Es habe demnach keine belastbaren Beweise für die Hypothese gegeben. Das hörte sich Anfangs in formulierten Blogbeiträgen Webers deutlich anders an. Er ortete in den nicht unkenntlich gemachten Ordnungsnummern, die eine jede Hausdurchsuchungsanordnung in der ÖVP „Inseratenaffäre“ trägt den Beweis darin Florian Klenk müsse diese Unterlagen direkt aus der WKStA überreicht bekommen haben. Zudem seien die Namen der sachbearbeitenden Staatsanwälte nicht geschwärzt.

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Tatsächlich tragen einzelne Aktenstücke in einem solchen Aktenkonvolut einzelne und fortlaufende Ordnungsnummern. Die WKStA bezeichnete offenbar jede einzelne Hausdurchsuchungsanordnung mit einer solchen. Stefan Weber selbst gelangte durch Florian Klenk an ungeschwärzte Exemplare, die ihm der Falter Chef-Redakteur via WhatsApp sandte, und das löste erst den Krimi um den sogenannten „Faltergate“ aus.

Am Ende des Tages dürfte der ehemalige Krone-Journalist Richard Schmitt der blamierte sein. In aufwendigen Reportagen und Berichten in seinem Onlinekanal „Exxpress TV“ zog er das Thema gegen Florian Klenk groß auf. Das Thema zeigt auch, wie wichtig die journalistische Sorgfaltspflicht ist, und wie aufwendig journalistische Recherchen einer Berichterstattung einhergehen müssen.

Nach eigenen Angaben will Stefan Weber künftig von Analysen dieser Art wieder Abstand nehmen, und den Fokus auf sein Metier der Plagiatsprüfung und des wissenschaftlichen Fehlverhaltens legen.

Der „Faltergate“ zeigt eindrucksvoll wie voreilig Schlüsse gezogen, und Schuldige gefunden, aber auch Rufmord Kampagnen samt handfester Exzesse ihren Lauf nehmen können. Während Florian Klenk in dieser Hinsicht deutlich entlastet ist, offenbarte hingegen der Strafprozess gegen den Ex-Sektionsleiter im Justizministerium, Christian Pilnacek, dass Justizakten bzw. -informationen sehr wohl den Weg nach draußen finden, und gerne Journalisten zugespielt werden.

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