Samsung & A1 bei Werbung um Active Watch 2 enttarnt

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A1 Werbelüge Samsung Active Watch 2

Mit dem Messen eines einfachen EKG holte Apple mit seiner Apple Watch zum Rundumschlag unter den Wearable Herstellern aus. Als Samsung seine Active Watch 2 präsentierte und die Markteinführung folgte, sollte die edle Smartwatch – einige Modelle sind mit LTE Modul erhältlich – sowohl EKG als auch Blutdruck messen. Nach wie vor scheitern die Koreaner an behördlichen Genehmigungsverfahren und scheinen ihre Werbemaßnahmen schneller als die behördlichen Genehmigungen.

Zwischenzeitlich hat Samsung auf die Kritik zahlreicher Kunden reagiert und das Bewerben der Blutdruckfunktion auf ihrer eigenen Homepage eingestellt. Nach wie vor beharrlich bewirbt der österreichische Mobilfunk Marktführer A1 ausdrücklich nebst Pulsmessung diese Funktion im eigenen Onlineshop. Für Samsung auf Nachfrage sprichwörtlich eine „Schande“ und verweise man auf die eigene Bewerbung – ausdrücklich ohne diese Funktion.

Samsung Active Watch 2
BEWEIS: Samsung bewirbt Active Watch 2 mit Blutdruck Funktion

Ganz stimmt das nicht, wie nun der renommierte österreichische Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer enttarnt. Seine penible Recherche überführt Samsung denn zumindest bis 12. Juli 2020 warb das Unternehmen auf der Österreich-Webseite www.samsung.at ausdrücklich damit die Active Watch 2 könne sowohl Puls als auch Blutdruck messen.

A1: Samsung Active Watch 2 mit Blutdruck Funktion

Auf Nachfrage verneint Samsung ausdrücklich die Bewerbung der Funktion und könne man keinen Einfluss darauf nehmen, wenn andere Unternehmen, wie A1, damit werben.

Tatsächlich liegt für Konsumentenschützer ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht vor, denn wenn ein Unternehmen beim Bewerben eines Produkt in der Produktbeschreibung Funktionen behauptet, die tatsächlich gar nicht existieren, kann der Käufer auf Gewährleistung und sogar Wandlung des Kaufvertrages klagen.

In welcher Tragweite Samsung mit dem aktuellen Modell Galaxy Watch 3 seine Werbestrategie fortsetzen will, scheint zum jetzigen Zeitpunkt genauso unklar, da selbst bei dieser Neuerscheinung mit nebst Pulsmessung mit EGK & Blutdruckfunktion geworben wird.

Pikanterie am Rande: Angeblich verfügen sowohl die Active Watch 2 als auch der Neuling, die Galaxy Watch 3, Hardware seitig über das nötige Equipment, sprich die erforderlichen Sensoren. Bislang veröffentlicht Samsung für Nutzung das erforderliche Software Update nicht, und die für EKG und Blutdruckmessung erforderliche Zusatz-App Samsung Health Monitor werde derzeit nur in Südkorea ausgerollt.

Das Debakel um Samsungs schicke Smartwatches erinnert an die Markteinführung des Nokia 8810 4G Smartphone, als Retrospektive zum einstigen Original. Das Bananenhandy sollte WhatsApp und andere nützliche Funktionen beheimaten. Mehr als zwei Jahre mussten enthusiastische Fans auf das erforderliche Software Update warten. Zuvor waren die Anwendungen lediglich in Indien verfügbar.

Für Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer nichts neues: „Immer wieder scheitern technologische Neuentwicklungen an ausgereifter Software und gut durchdachte Markteinführung. Vorschnelle Schüsse dem Mitbewerb gegenüber scheinen wohl wichtiger, als zufriedene Kunden. Es könnte auch gut möglich sein, dass Hersteller wie Samsung mit dieser Vorgehensweise bewusst auf anschließende profitable Neuerscheinungen lenken wollen. Schließlich berichten heutzutage viele Medien über jede noch so kleine neue Entwicklungsetappe bei Samsung oder Apple“.