SCHULSKANDAL: 14-jähriges Kind sollte in Holzverschlag

Wie durch einen anonymen Hinweis nun bekannt wurde, sollte ein 14-jähriges Mädchen, das sowohl körperlich als auch geistig behindert ist, im „Fall des Falles“ an der Martin-Buber-Landesschule in Hartheim in Oberösterreich disziplinäre Konsequenz durch einen Holzverschlag erfahren. Der Bezirksschulrat erteilte dieser Direktoren Idee nun eine Absage.

Nach einem Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten, müsste die 14-jährige Sandra in den Holz-Zwinger, wenn es nach den Vorstellungen von Direktor der Sonderschule geht. Das „Aus-Zeit-Räume“ bereits seit längerem in manch einer Schulordnung Platz finden, ist keine Neuigkeit, wie Hauptschullehrer Klaus Haidegger weiß „Sofern zwischen Schule und Schulpartnerschaft vereinbart, können SchülerInnen einzeln mit einem Begleitlehrer in einen anderen Raum geschickt werden, wenn sie den Unterricht dermaßen stören, dass ein unterrichten nicht mehr möglich wäre“.

Für den Kinder- und Jugendpsychologen Dr. Rolph Wegensheit offenbaren derartige Maßnahmen eine Bankrotterklärung „Wir erinnern uns an die prekären Zustände im Wiener Psychiatriewesen. Wer Kinder einsperrt und sich in keinster Weise seiner Aufgabe stellt, hat den Beruf verfehlt. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, fernab medikamentöser und freiheitsentziehender Maßnahmen, um diesen Kindern ein integratives Leben zu ermöglichen. Nicht selten suggerieren Kinder mit Behinderung, die ein selbst- und fremdverletzendes Verhalten zeigen, das sogenannte FAS-Syndrom, eine Erkrankung, wenn Mütter während der Schwangerschaft trinken“.

Während im Institut Hartheim, wo Sandra wohnt, der dortige Auszeit-Raum durch das Heimaufenthaltsgesetz gedeckt ist, findet die Idee an Sandras Schule breite Ablehnung. Vom Heimaufenthaltsgesetz nicht gedeckt allerdings eine weitereTime-Out-Zelle im oberösterreichischen Kinder und Jugend Erziehungsheim Lebensraum Heidlmair. Dort sollen Kinder und Jugendliche, die von einem Jugendamt zugewiesen werden, bei Verfehlungen zur Reglementierung in einen Kellerraum kommen. Der Geltungsbereich des Heimaufenthaltsgesetz umschließt aber ausschließlich Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen.

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