Werbeoffensive – So casht ein Kinderhilfswerk richtig ab!

Derzeit zeigt das Kinderhilfswerk »SOS Kinderdorf Österreich« mit neuen TV-Werbespots und intensiver Onlinewerbung enorme Präsenz. Das Nachrichtenmagazin Xlarge hat die aggressive Paten- und Spendenwerbung zum Anlass genommen und sich auf Spurensuche im weltweit umspannenden SOS Kinderdorf begeben. Doch einen Leistungsspendenbericht aus 2006 gibt es nicht. Dafür wurden dem Magazin von betroffenen leiblichen Eltern exorbitante Kostenvereinbarungen »exklusiv« zugespielt.

Rund 6000,- Euro muss eine Mutter aus Kärnten für ihre drei Kinder im SOS Kinderdorf Pinkafeld bezahlen. Geld, das die Alleinerziehende nicht hat. Sogar die Familienbeihilfe und das Kindergeld für den Jüngsten beansprucht SOS Kinderdorf Österreich für sich. Laut Jugendwohlfahrtsgesetz sind Elternteile gegenüber dem Jugendamt kostenersatzpflichtig. Können die Eltern nicht bezahlen, werden die Heimkids ab dem Zeitpunkt ihrer Erwerbstätigkeit kostenersatzpflichtig.

Beitragsvereinbarung SOS Kinderdorf PinkafeldEine Informantin aus dem Amt der Kärntner Landesregierung kennt die Thematik und spricht gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge erstmals exklusiv »Die Eltern erhalten von uns die anfallenden Unterbringungskosten weiterverrechnet. Da kommt es nicht selten zu Doppelverrechnungen, gerade dann, wenn die Kinder eine Therapie bekommen sollten. Natürlich beschweren sich die leiblichen Eltern reihenweise. Gegenüber den freien Jugendwohlfahrtsträgern sind wir aber ohnmächtig. Wir müssen froh sein, wenn sie die von uns betreuten Kinder stationär aufnehmen«

Praktiken, die nicht nur bei SOS Kinderdorf Österreich Anklang finden. So bediene man sich laut Aussagen einer ehemaligen Mitarbeiterin, sie möchte anonym bleiben, fragwürdigen Methoden. So z.B. sollen Sachspenden, die kurz darauf entsorgt werden, nur angenommen werden, um Geldspenden zu bekommen.

»Im Aufnahmegespräch mit Vertretern des Jugendamtes und der Eltern, werden gerne Therapierungen ua. Maßnahmen vereinbart. Die Umsetzung in der Praxis sieht allerdings katastrophal aus. Oft musste ich monatelang auf einen Therapieplatz für das betroffene Kind warten. In weiterer Folge verzichtet die Dorfleitung naturgemäß auf die Hilfeplanvereinbarung. Die Kinder musste ich daraufhin durchwurschteln« erzählt die ehemalige SOS Kinderdorfmutter von der Abzockmasche.

Dabei führen die Kinderdorfmütter eine streng reglementierte Haushaltskasse und stehen der Familie nach Aussagen der Ex-Angestellten gerade einmal rund 150,- Euro pro Kind und Monat zur Verfügung.

Das Nachrichtenmagazin Xlarge hat bei Robert Francan vom Österreichischen Spendengütesiegel nachgefragt »Das Spendengütesiegel sieht eine umfassende Prüfung der Spendenmittelaufbringung und Spendenmittelverwendung vor. Dabei werden sieben Prüfbereiche untersucht, und zwar anhand von 34 Kriterien. Die konkrete Prüfung erfolgt anhand von über 300 konkreten Prüf-Fragen. Einer der oben erwähnten sieben Prüfbereiche betrifft das Rechnungswesen, in das der prüfende Wirtschaftstreuhänder sehr wohl detailliert Einsicht nimmt« Trotz mehrfach getätigter Nachfrage, konnte dem Nachrichtenmagazin Xlarge weder von SOS Kinderdorf Österreich noch vom Österreichischen Spendengütesiegel ein aktueller Leistungsbericht des Kinderhilfswerks übermittelt werden.

Während SOS Kinderdorf neben Geldspenden, Kostenersatz für die Unterbringung, Kindergeld und Familienbeihilfe unzählige Einnahmenposten verbuchen kann, weitet sich die Argumentationsnot der Organisation aus. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst bleiben dennoch auf der Strecke. Nach Angaben der ehemaligen Kinderdorfmutter müssen sie nicht selten die eigene Lehrlingsentschädigung abgeben. Während Matura und Studium den meisten Jugendlichen im Kinderdorf versagt bleiben, versucht sich die Organisation mit Mahnschreiben ihres Rechtsanwalts Dr. Helfried Penz, wenn ehemalige SOS Kinderdorf Kinder auf ihr Leiden aufmerksam machen. So geschehen den Kids von »www.kleinelisa.at.tt«, die schon im vergangenen Jahr auf ihr Schicksal hinweisen wollten. »Ohne Unterstützung von Anverwandten wären wir heute auf der Straße« sagt eine der Jugendlichen im Unmut über ihr einstiges »Dahoam«

Impressum | Kontakt | Sitemap

BlitznewsSteirerblattXeleon.TVWhats Up TV