Telemediale Abschaltung: Neuer Geheimplan soll helfen

Noch sendet Kanal Telemedial von Thomas Hornauer auf der Frequenz des Kinderkanals. Bereits am kommenden Montag könnte Schluss mit Engelsfernsehen sein, denn Hornauers Mietvertrag für sein Produktionsstudio in Ludwigsburg läuft aus und wird nicht verlängert. Zu allem Überfluss erließ der österreichische Regulator KommAustria, behördlich für das Guru-TV zuständig, einen Bescheid, dem zufolge die Satellitenlizenz für Kanal Telemedial mit 5. Juni 2008 erlosch – nicht rechtskräftig.

Im Entscheid der Medienaufsicht heißt es »Die Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria) hat unter Hinweis auf § 3 Privatfernsehgesetz (PrTV-G) festgestellt, dass die Kanal Telemedial Privatrundfunk GmbH zumindest seit März 2007 nicht in Österreich im Sinne des § 3 PrTV-G niedergelassen ist. Die KommAustria hat gemäß § 5 Abs. 7 Z 1 PrTV-G festgestellt, dass die Kanal Telemedial Privatrundfunk GmbH über einen durchgehenden Zeitraum von einem Jahr aus von ihr zu vertretenen Gründen keinen regelmäßigen Sendebetrieb entsprechend ihrer Zulassung zur Veranstaltung von Satellitenrundfunk, welche ihr mit Bescheid der KommAustria vom 29.06.2006, KOA 2.100/06-027 erteilt wurde, ausgeübt hat. Gemäß § 5 Abs. 7 Z 1 PrTV-G ist daher die Zulassung der Kanal Telemedial Privatrundfunk GmbH zur Veranstaltung von Satellitenrundfunk mit Rechtskraft dieses Bescheides erloschen«

Der Plüderhausener Gießer und Pornoproduzent sieht das Vorgehen der Behörde naturgemäß gelassen. In seiner allabendlichen Selbstdarstellung verkündet Hornauer »Nun hat das Stuttgarter Prinzip, zuerst stets in der Zeitung, dann folgt der Bescheid, auch in Österreich zugeschlagen« und schließt seine Ansprache mit den Worten »Hurra! Seit einem Jahr und drei Monaten sind wir der 1. Astra-Piratensender der nördlichen Halbkugel – das passt zu uns«

Der anwesende Bild Fotograf „Alex“ zeigt sich hingegen nüchtern, als TV-Guru Thomas Hornauer ein Interview wagt »Ihr habt ein angenehmes Arbeitsklima, ich wünsche eurer Sendung einfach viel Spaß« Tag darauf lässt Bild-Redakteurin Tina allerdings kein gutes Haar und zitiert aus dem Fundus zahlreicher Zuseher-Beschwerden.

Während der illustre Medienmacher mit einem alten Geldsack der Deutschen Post AG sich selbst einbalsamiert und seine Kanal Telemedial Flaterate um 666,- Deutsch-Markt anpreist, betritt eine 10-köpfige Gothic-Gruppierung das Studio. Die telemediale Jugend fühlt sich sichtlich wohl und nutzt die kurze Abwesenheit des Gastgebers, um Klartext zu sprechen, bis plötzlich der Ton ausfällt.

Keinesfalls spirituell hingegen die irdischen Geldprobleme des Skandal-TV, welches im Moment mit ehrenamtlichen Beratern in Wien die Stellung hält. Für den Regulator zu wenig, der Hornauers Produktion und Geschäftsabwicklung ausschließlich auf deutschem Boden ortet.

Nun will der Betreiber von sündhaft teueren Mehrwertnummern mit zwei Sponsoren und einem Geheimplan auftrumpfen. Aus informellen Kreisen heißt es »Thomas Hornauer könnte schon bald aus Thailand senden. Möglich machen soll das die IPTV Technologie und bisher unbekannte Geldgeber«

Branchenkenner sind über die Idee aus Plüderhausen wenig begeistert, zumal der Reichweitenstärke via Astra-Satellit nur wenig entgegenzusetzen ist. Dem aber nicht genug, müssten sich telemediale Anhänger eine eigene Set-Top Box anschaffen, um den Guru Klängen auch in Zukunft zu lauschen.

Unterdessen hat Kanal Telemedial den mit 5. Juni 2008 datierten Bescheid bekämpft, wie Thomas Hornauers Anwalt Georg Röhsner verkündet. Jetzt ist der Bundeskommunikationssenat in Österreich am Zug.

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Siehe auch: Neuer Wirbel um Thomas Hornauer und Kanal Telemedial
Siehe auch: Sendeschluss für Thomas Hornauer und Kanal Telemedial
Siehe auch: Telemedial Fatal – Die miesen Tricks der Fernsehmacher

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