Todesstrafe: China bleibt Spitzenreiter

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Die Zahl der Hinrichtungen aufgrund der Todesstrafe ist im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Das geht aus der heute, Dienstag, veröffentlichten Todesstrafenstatistik von Amnesty International (ai) hervor. So seien für das Jahr 2007 offiziell 1.252 Exekutionen in 24 Ländern dokumentiert, immerhin 339 weniger als im vorangegangenen Jahr. „Der Trend geht weg von der Todesstrafe, viele Länder haben bereits die dahingehenden Forderungen der UNO ratifiziert“, sagt Michaela Klement, Sprecherin von Amnesty International http://www.amnesty.at, gegenüber pressetext.

Dennoch würden bis zu 27.500 Menschen in Todeszellen auf ihre Hinrichtung warten, über 3.300 neue Todesurteile wurden im vergangenen Jahr ausgesprochen. „Die meisten Todesurteile werden in einer kleinen Zahl von Ländern gefällt: Im arabischen Raum sind das vor allem der Iran, Saudi-Arabien und Pakistan. Die traurige Liste wird aber eindeutig von China angeführt“, so Klement. Allein in diesen vier Staaten wurden 2007 insgesamt über 1.000 Menschen, also knapp 90 Prozent der Gesamtzahl, hingerichtet. Aber auch ein westlicher Staat mischt in dieser makaberen Liga mit: die USA steht an Platz fünf der ai-Liste.

Entgegen des globalen Trends hat die Todesstrafe laut ai-Bericht in den arabischen Staaten im vergangenen Jahr aber sogar zugenommen. In diesen Ländern wie auch in China werden Menschen für teils groteske „Straftatbestände“ zum Tode verurteilt: „In China kann man aufgrund von Steuerhinterziehung, also einem klassischen Kapitalverbrechen, mit der Todesstrafe geahndet werden“, führt Klement aus, „Der Iran sieht für Ehebruch den Tod vor. In Saudi-Arabien ist ein Ägypter wegen Hexerei hingerichtet worden.“ Bei ihren Exekutionsurteilen verstießen die betreffenden Staaten teilweise auch wohlwissentlich gegen geltendes internationales Recht. So seien im Iran, im Jemen und in Saudi-Arabien mindestens fünf jugendliche Straftäter hingerichtet worden.

Bis heute, so Amnesty, sei die Todesstrafe in 135 Ländern gesetzlich oder in der Praxis abgeschafft. Im vergangenen Jahr hatten sich Albanien, die Cook-Inseln und Ruanda angeschlossen. Allerdings hielten 62 Länder weiter an der Todesstrafe fest. „Diese Regierungen glauben einfach daran, dass die Todesstrafe die Menschen von Straftaten abschreckt“, sagt Klement, „Aber das funktioniert überhaupt nicht. In vielen der betroffenen Ländern dient die Todesstrafe nur zur Machtdemonstration. Auch ist ein deutliches Ungleichgewicht der Geschlechter zu verzeichnen.“ In vielen der Länder, in denen die Todesstrafe noch gang und gäbe ist, würde diese immer noch als „die“ Form der Gerechtigkeit gegenüber den Angehörigen und Opfern angesehen. (pte/red)

2 KOMMENTARE

  1. Die Todesstrafe, Hungerlöhne, regionale Armutszustände und weitere Probleme gibt es in China nicht erst seit gestern. Zum Artikel möchte ich noch mit folgenden Fakten eingehen. Vorab möchte ich noch sagen, dass auch ich die Totesstrafe verabscheue. Egal ob in China oder in den USA durchgeführt!
    Pro 10000000 Einwohner werden in folgenden Ländern n Personen hingerichtet:

    Saudi-Arabien: 52,924
    Iran: 42,002
    Pakistan: 8,045
    China: 3,558 (45,420 bei vermuteten 6000 Hinrichtungen)
    USA: 1,385

    Ich habe für diese Rechnung die offiziellen Zählungen von amnesty-international verwendet.
    Den gesamten Artikel zu dieser Darstellung dieser Fakten findet ihr hier: http://prangerkritik.blogspot.com/2008/04/populismus.html

  2. Einfach grausam und menschenverachtend !

    China hat noch einen weiten, sehr weiten Weg zu gehen, bis es in der Gemeinschaft der Völker als anerkanntes Mitglied auch moralisch angekommen sein wird !

    Als wirtschaftlicher und politischer Faktor kommt bereits heute niemand an der Volksrepublik China vorbei ! Wir müssen einfach Geduld haben, obwohl es schwer fällt angesichts der im obigen Artikel beschriebenen Barbarei !

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